96 Der Pfalzgrafen Ehrenfrids und Heinrichs Schenkungen.
delte er mit diesem Stande über die wichtigsten Massregeln.Die Gemüther der Ritterschaft wurden ihm zugeneigt, weiler erklärte, nie zu dulden, »dass alte Lehen der Väter denSöhnen entzogen würden.« (Pertz, M. SS. XI, 262.) So lei-tete der König von Achen aus seine Regierung durch einbedeutsames und folgenreiches Gesetz ein.
Während im Jahre 1025 Ehrenfrid (Ezzo), der Pfalz-graf von Achen, als Verwalter des kaiserlichen Kammergutesin Lothringen und als Leiter des Hofgerichtes in der hiesigenPfalz nach dem Mönche von Brauweiler (Pertz XI. 401) mitden Grossen von ganz Lothringen berathschlagte, starb dietreffliche Pfalzgräfin Mathilde, Kaiser Ottos III. Schwester,zu Esch bei Berchheim auf dem Sitze ihres SchwagersHeinrich (Iiezelin.) Nach einer Urkunde des ErzbischofsPilgrim von Köln vom 10. October 1028 (Lac. I. 164) hattenPfalzgraf Ehrenfrid und dessen Gemahlin Mathilde ihre Al-lode (Eigengüter) zu Brauweiler mit dem Wildbann dem h.Nikolaus oder der Abtei daselbst geschenkt und ausschliesslichunter den Schutz der erzbischöflichen Kirche gestellt. Die-selbe Urkunde bezeugt, dass Ehrenfrid die Hälfte des WaldesVele (Vill) der erwähnten Abtei, dessen Bruder aber, Hein-rich, die andere Hälfte mit dem Gute Berchheim dem h.Cornelius oder der Abtei Cornelimiiuster geschenkt. Ehrenfridfügte dazu noch fünf Mansen und einen Hof in Köln. Dergemeinschaftliche Forst Vele bildete den nördlichen Theildes karolingischen Bannforstes, welcher zu den Pfalzen Achenund Düren gehörte und dem ein Waldgraf vorstand.
Konrad IL hatte am Ostertage (14. April) des Jahres1028 seinen elfjährigen Sohn Heinrich am Grabe Karls desGrossen durch den Erzbischof Pilgrim von Köln salbenund krönen lassen und so wieder den Brauch der sächsischenHerrscher, Ottos I. und Ottos II., erneuert. Er war bis zumMai in der Achener Pfalz geblieben. Von Frankfurt ausverlieh er im folgenden Jahre den 2. Juni der Abtei Burt-scheid (Borett) zu Ehren der hh. Johannes des Täufers,Apollinaris und Nikolaus auf Bitten seiner Gemahlin Gisela,seines Sohnes, des Königs Heinrich, und des ErzbischofsAribo von Mainz Güter zu Körrenzig, Wil und Aldenhol'enim Jiilichgau. In der betreffenden Urkunde wird zuerst