Konrad II. der Salier.
95
ein kunstreicher Marmor-Sarkophag, welcher an Heinrichund Kunigunde erinnert. Beide verehrt die katholische Kircheals Heilige. Heinrich II. wurde durch eine Bulle PapstEugens III. vom 14. März 1146 und Kunigunde durch eineBulle Papst Innocenz' III., vom 3. April 1200 kanonisirt;ihre Gebeine wurden in Anwesenheit Königs Philipp am 8.September 1201 in Bamberg erhoben. Der Achener Marien-kirche schenkte er die kunst- und werthvolle Evangelienkanzel.
Aehen unter den salischen Kaisern 1024—1125.
Kaiser Konrad II. 1024—1039.
Eine Folge der vortrefflichen Regierung Heinrichs II.war die einhellige Gesinnung der Reichsfürsten und die rascheErledigung der Wahl seines Nachfolgers, des Saliers Kon-rad II., eines Urenkels des ehemaligen lothringischen Her-zogs Konrads des Rothen, und der Luitgarde, der ältestenTochter Kaisers Otto I. Diese Wahl ging Anfangs Septemberdes Jahres 1024 an den Ufern des Rheines zwischen Mainzund Worms vor sich. Lothringer und Brabanter lagertenauf dem linken, Franken, Alamannen, Baiern und Sachsenauf dem rechten Ufer des Flusses. Aribo, Erzbischof vonMainz, gab ihm zuerst seine Stimme und salbte ihn an demWahltage, am 8. September, in dem nahen Mainz, wo auchsein Vorgänger durch den Erzbischof Willigis die Weihe er-hielt, dessen Wittwe, Kunigunde, ihm an dem nämlichenTage die Reichsinsignien überreicht hatte. Von Mainz begabder neue König sich nach Köln, wo seine Gemahlin Giseladurch den dortigen Erzbischof Pilgrim zur Königin gekröntwurde. Am Ende desselben Monats war ein Reichstag inAchen, wo Konrad auf den Stuhl des grossen Karl erhobenwurde. Wipo, sein Kapellan und Biograph, sagt über diesenReichstag: »Auf dem Stuhle Karls sitzend, ordnete Konradin allgemeiner Reichsversammlung den Staat durch weiseVerfügungen, den Klerus gewann er bei öffentlichen An-sprachen durch seine Freundlichkeit, insgeheim aber verhan-