Druckschrift 
1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

Ausstattung der Pfalzkapelle.

79

nach den Quedlinburger Jahrbüchern der Achener Pfalzgeben wollte.

Was die Ausstattung der Pfalzkapelle betrifft, so berichtetdarüber der unbekannte Verfasser des Lebens des LiitticherBischofs Balderich. Nach demselben Hess der Kaiser sichdie Verzierung der Kirche angelegen sein, denn er beauftragteden italienischen Mönch und Maler, Johannes, welcher inS. Gallen gebildet worden war, nach Achen zu kommen, umdie Kirche mit Bildern zu schmücken. Dieser soll, nach demvorerwähnten Biographen, in jenen Zeiten in der Malereiausgezeichnet gewesen sein. »Wolle Jemand eine Probe da-von haben, so möge er nach Achen gehen, wo noch jetztdas Werk eines so grossen Künstlers unübertroffen sei, obgleichdurch das Alter« (der Ungenannte schrieb das Leben gegen1053) «dasselbe seinen Glanz verloren habe.« Auf der Ma-lerei standen die Verse:

A patriae nido me rapuit tercius Otto.

Ciaret Aquis sane, tua qua valeat manus firte.(Dem Vaterland entführte mich Otto III. Achen glänzt für-wahr durch das, was deine Hand in der Kunst vermag.)

Zum Lohne für die glückliche Vollendung des ihm vomKaiser gewordenen Auftrages wies dieser ihm ein in Italienerledigtes Bisthum an, auf welches der fromme Mönch jedoch,nachdem er die Verhältnisse näher eingesehen hatte, verzich-tete. Wir erfahren nicht, was von den ursprünglichen karo-lingischen Verzierungen in der Pfalzkapelle noch vorhandenwar. Der Mönch lebte nachher zu Lüttich in dem S. Jakobs-kloster, wo er starb und begraben ward. Auf seinem Grabesteht:

Sta, lege, quod spectas, in me pia viscera flectas.

Quod sum, fert tumulus, quod fuerim titulus.

Italiae natus

Qua probat arte manum, dat Aquis, dat cernere planum.

Picta domus Caroli, rara sub axe poli.

(Verweile und lies, was du erblickst, für mich beuge deinfrommes Gemiith. Was ich bin, zeigt das Grab, was ichwar, der Titel. Italien war das Land meiner Geburt. Wasmeine Hand vermochte, zeigt Achen, zeigt das Gemälde, diePfalz Karls, einzig in ihrer Art.) ■