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Karl in Lothringen.
schnittenen Brustbilde mit der Umschrift XPE ADIVVAHLOTHARIVM EEG. (Christus, hilf dem Könige Lothar),-welches das sogenannte Kreuz »des Kaisers Lothar« ziert, ')besitzen wir wohl ein Andenken an Lothar, den König vonLotharingen, da es nicht wahrscheinlich ist, dass der gleich-zeitig lebende Künstler den schon 817 zu Achen und 823 zuRom zum Kaiser gekrönten Sohn Ludwigs des FrommenKönig nenne.
Karl der Kalile König von Lothringen.
Da Lothar II. aus seiner rechtmässigen Ehe mit Theod-berga keine Kinder hinterliess, und ein Sohn Waldrada's,Hugo genannt, dem Lothar nach Hincmar im Jahre 867 dasHerzogthum Elsass verlieh, nicht berücksichtigt werden konnte,so war der nächstberechtigte Erbe des Reiches Ludwig II.,Kaiser von Italien. Obgleich Papst Hadrian II. die Grossenund Bischöfe Neustriens ermahnte, dahin zu wirken, dassihr König die Rechte des italienischen Kaisers nicht verletze,so betrat doch Karl gleich auf die Nachricht von LotharsTode das lothringische Gebiet, liess sich zu Verdun von ver-schiedenen lothringischen Bischöfen und Grossen huldigenund den 9. September 869 in der Stephanskirche zu Metz,also im Metropolitanverbande von Trier, dessen sowie Kölnserzbischöflicher Stuhl damals erledigt war, vom ErzbischofHincmar von Reims als König von Lothringen salben, und Jeronen.
Von Metz begab sich Karl nach Aclien, dem Sitze deslothringischen Reiches, wo er Hilduin, den Bruder des ent-setzten Gunthar, zum Erzbischofe von Köln zu machen ver-suchte und zum Presbyter der Peterskiche der genanntenMetropole durch Bischof Franco von Tongern weihen liess.Am 6. October starb Karls Gemahlin Irmentrut im KlosterS. Denys bei Paris, wo sie auch begraben wurde. Der Königbewog nun Boso, einen Neffen der Theotberga, Lothars II.Gemahlin, ihm dessen Schwester Richildis als Concubine zu
*) Franz Bock, Karls des Grossen Pfalzkapelle und ihre Kunst-schätze, I. S. 33 ff.