36 Bruderkrieg.
Ludwigs des Frommen Söhne bis zum Vertragezu Verdun 843.
Da Lothar nach clem Tocle des Vaters auf spätere Thei-lungen und Verträge keine Rücksicht nahm, sondern seinenBrüdern gegenüber die Stellung beanspruchte, welche ihm817 die Erhebung zur Kaiserwürde verliehen hatte, so be-gannen für das Fränkenreich traurige Zeiten des Bruder-und Bürgerkrieges, welche endlich im August 843 mit demVertrage zu Verdun und der definitiven Theilung des Reichesendigten.
Die Bewohner Austrasiens, also auch Achens, waren ausleicht begreiflichen Gründen für die Reichseinheit und fürLothar, welcher wahrscheinlich den Winter in Achen zu-brachte; jedenfalls eröffnete er im Frühjahr des Jahres 841von hier aus mit seiner Hauptmacht, unterstützt vom Erz-bischofe Otgar von Mainz und dem Grafen Adalbert vonMetz, den Feldzug am Mittelrhein gegen seinen BruderLudwig. Nithard, durch seine Mutter Berta ein Enkel Karlsdes Grossen, erzählt, dass Lothar 841 Ostern, die in diesemJahre auf den 17. April fielen, in Achen feierte.
Nach vielen Kämpfen und vergeblichen Unterhandlungenkam es an einem Samstage, den 25. Juni 841, zwischenLothar, der seinen Neffen Pippin II. an sich gezogen hatte,und seinen Brüdern Ludwig und Karl bei Fontanet, heuteFontenaille bei Auxerre in Burgund, zum entscheidendenKampfe. Nithard, welcher selbst im Heere Karls eine Ab-theilung führte und in der Schlacht verwundet wurde, sagt:»ungeheuer war die Beute und das Gemetzel.«. Lothar unter-lag, floh nach Achen und wiegelte von hier aus die Sachsenund die diesen benachbarten Stämme in der Weise auf, dasser ihnen die Wahl liess, entweder nach christlicher oderheidnischer Gewohnheit zu leben. Adel und Priester wurdenvon dem niederen Volke, dem Stellingabund, aus dem Landevertrieben. So stellte ein Enkel Karls des Grossen dessenEinrichtungen in Sachsen in Frage! Er war zuerst gegenLudwig, dann gegen Karl gezogen und begab sich, nachdemer die Vereinigung beider Brüder nicht hatte verhindern