Lothar in Achen, s. Brüder in Strassburg. Vertrag zu Verdun. 37
können, gegen Ende des Jahres nach Achen zurück, von woer im folgenden Jahre bei der unerwarteten Annäherungder Brüder entfloh, nachdem er alle königlichen Schätze so-wohl des Palastes als der Marienkirche weggenommen, auch diesilberne Tafel von wunderbarer Grösse und Schönheit, auf wel-cher die Darstellung des Erdkreises, die Gestirne, der Laufder Planeten auf voneinander getrennten Räumen in erho-benen Bildern prangten, in Stücke zerschnitten und seinenAnhängern verschenkt hatte, die ihn dennoch haufenweiseverliessen. Den 14. Februar hatten Ludwig und Karl sichin Strassburg vereinigt, wo sie feierlich in Beisein ihrer bei-derseitigen Vasallen ihr Bündniss erneuerten. Die siegendenBrüder rückten den Rhein hinunter nach Achen, wo die siebegleitenden Bischöfe zu einer Synode zusammentraten undfeierlich erklärten, Kaiser Lothar sei wegen seiner vielenVerbrechen gegen den verstorbenen Vater, -gegen die Brü-der, die Kirche und das Reich der Regierung unwürdig undsein Reichsantheil seinen Brüdern verfallen. Jeder von die-sen stellte zwölf Bevollmächtigte, zu welchen auch der Ge-schichtschreiber Nithard gehörte, um die Theilung zu bewerk-stelligen. Darauf ging Karl über die Maas in sein Reich,und Ludwig zog gegen die von Lothar aufgewiegelten Sach-sen, den Stellingabund.
Aber die in Achen entworfene Theilung kam nicht zurAusführung, denn Lothar, den man nach Italien entflohenvermeinte, gebot noch über beträchtliche Streitkräfte an derNordsee und stand mit einem treuen Heerhaufen bei Mäconan der Saone. Nach verschiedenen Unterhandlungen indessenzu Metz im Juni, zu Coblenz in tler Kastorkirche im Oktober,wo die Gesandten der beiden jiingern Brüder die Vorlageder Verzeichnisse der Reichsgüter, die früher in dem Archivder Achener Pfalz lagen, verlangten, kam endlich im Augustdes folgenden Jahres 843 zu Verdun an der Maas der Friedezu Stande.
Achen, wo Lothar überwintert hatte, der Mittelpunktdes von Karl dem Grossen gegründeten Reiches, blieb demKaiser Lothar und ward so der Hauptsitz von dessen An-theil oder der Länder, welche östlich vom Rhein, westlichvon der Maas, Saone und Rhone begrenzt wurden, nur dass