Reichstheilung zu Worms. Ludw. d. D. Empörung. Ludw. d. Fr. stirbt. 35
Reiches, mit Ausschluss Baierns, das dem Sohne Ludwig ver-bleiben sollte, verheissen wurde, «wenn er seinen BruderKarl lieben, unterstützen und behüten wolle.«
Auf einer Reichsversammlung zu Worms 839, wo derKaiser mit seinen Söhnen Lothar und Karl zusammenkam, fanddie Theilung in der Weise statt, dass Lothar das Land öst-lich von der Maas, Karl das westlich von diesem Fluss ge-legene erhielt. Weihnachten des Jahres 838 und Ostern839 feierte der Kaiser wieder in seiner Pfalz zu Achen.
Die Folgen der Wormser Theilung erfüllten die letzteLebenszeit des Kaisers mit Bitterkeit theils wegen der An-gelegenheiten Aquitaniens, über welche die Grossen dieses Lan-des zu Gunsten von Pippins Sohn, Pippin II., mit dem Kaiserzu Fiatern im Ardennengau (Villa Vlatten im Kreise Schlei-den, Regierungsbezirk Achen) verhandelten, theils wegen derwiederholten Empörung seines Sohnes Ludwig, der in demBewusstsein, in früheren Zeiten dem Vater grössere Anhäng-lichkeit und Liebe als die andern Söhne erwiesen zu haben,sich gekränkt und zurückgesetzt glaubte.
Das vielgeprüfte Leben des schwachen, seiner schwerenAufgabe nicht gewachsenen Regenten, endete nach langemSiechthum am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingel-heim, nachdem er Ostern desselben Jahres in seiner ResidenzAchen gefeiert hatte. Er erreichte ein Alter von 63 oder64 Jahren und wurde von seinem Halbbruder, dem BischofDrogo von Metz in dieser Stadt beigesetzt, und zwar in derKirche des h. Arnulf, des Stammvaters des arnolfinisch-karolingischen Hauses, wo viele Mitglieder dieses, auch dieMutter Ludwigs, die Hildegarde, ruhten. Nicolai in seinemWerke Benedict von Aniane will in den Worten des Dich-ters Nigellus:
»Wenn nun plötzlich sich nahte das Ende des menschlichen Leibes,Würden die Glieder ins Grab dort in dem Kloster gelegt.«
die Absicht Ludwigs erkennen, in dem Kloster Inda seineRuhestätte zu linden, wie der Vater sie in dem nahen Achengefunden hatte.
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