Ludwig und seine Söhne. Ludwigs Demütlrigung. 33
Täufers zwischen Strassburg und Basel auf dem von da angenannten Lügenfelde der lange vorher beabsichtigte Abfallder Söhne und die Gefangennehmung des Vaters erfolgte.Jene theilten das-Reich unter sich in drei Theile und ver-bannten die Kaiserin nach Tortona in Italien; der Papstaber kehrte in grosser Trauer über das Erlebte nach Romzurück. Während Pippin nach Aquitanien, Ludwig nach Baiernzog, behielt Lothar den Vater nebst dem Bruder Karl, dener später in das Kloster Prüm schickte, bei sich und führtejenen über die Vogesen, über Metz, Verdun und Soissonsnach Compiegne, wo Gesandte des griechischen Kaisers, welcheLothar hier empfing, Zeugen der unerhörten Demüthigungendes abendländischen Kaisers waren, welche ein entarteterSohn im Vereine mit einigen Bischöfen dem Vater bereitete.Dieser musste in feierlichem Akte durch Ablegung der Waffenund öffentliche Kirchenbusse unter den Augen eines kriege-rischen Volkes sich der ferneren Regierung unwürdig machen.Der unnatürliche Sohn bediente sich dabei als Hauptwerk-zeuges des Ebbo, Milchbruders des Kaisers, den dieser ausniederen Verhältnissen emporgehoben und zum Erzbischofevon Reims gemacht hatte. Gegen ihn, den später (835) durchEntsetzung von seiner Würde die verdiente Strafe ereilte,ergiesst sich der gerechte Zorn Thegans, des einen Lebens-beschreibers des Kaisers. Die Urheber des Frevels ausgenom-men, war das Volk von Jammer erfüllt und kehrte traurigam Tage des h. Martin nach Hause zurück; den Vater aberführte Lothar zur Achener Pfalz.
Unterdessen hatten in verschiedenen Theilen des Reichesdie Getreuen für ihren Kaiser, den Lothar von Achen nachParis brachte, sich erhoben. Auch die Söhne Pippin undLudwig wandten sich dem Vater zu. Der nun bedrängteLothar suchte sein Verfahren durch den allgemeinen Abfallvom Vater und durch dessen Verurtheilung durch die Bischöfezu rechtfertigen, und wandte sich nach Burgund. Der Vaterblieb in dem Kloster des h. Dionysus (zu S. Denis) zurück.Hier wurden ihm durch- die Bischöfe wieder die Waffenund der königliche Schmuck angelegt, worauf er seine SöhnePippin "und Ludwig entliess und sich gegen die Mitte derFastenzeit in seine Pfalz nach Achen begab, wo sein Sohn