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1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
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Orgel. Der gregorianische Gesang.

das Brüllen des Donners durch die Gewalt des Tones unddas Geschwätz der Lyra und der Cymbel durch seine Lieb-lichkeit darstellt.« r ) Die Orgelbaukunst machte in Achengute Fortschritte, denn der Papst Johann VIII. (872882)bat den Bischof Anno von Freisingen, ihm von daher einegute Orgel und einen geschickten Orgelspieler zu senden.

Den Glanz des Gottesdienstes zu erhöhen, «richtete Karlder Grosse sein Augenmerk auf die Verbesserung des Lesensund Singens; in dem einen wie in dem andern war er auchselber wohl erfahren, obgleich er weder öffentlich las, nochanders als leise und im Ohor sang!« Karls Vater, KönigPippin, hatte den gallikanischen Kirchengesang aufgehobenund den römischen oder gregorianischen eingeführt. Aus vielenVerordnungen geht hervor, dass Karl der Grosse in diesemStreben fortfuhr. Papst Hadrian I., so erzählt der Mönchvon Angouleme, gab ihm zwei römische Sänger nebst zweiauthentischen Abschriften des Originalexemplars des Antepho-nars Gregors des Grossen, das in einer besondern Theka beimAltare des heiligen Petrus zu Rom aufbewahrt wurde. Nachdemselben Mönche von Angouleme hatte der Kaiser an seinemHofe eine Hof singschule. An seiner Hofkapelle wird der Kir-chengesang musterhaft gewesen sein. 2 )

l ) Mit dem Herzog Baldericli von Friaul kam an den Hof Ludwigsdes Frommen ein venetianischer Priester Namens Georgius, welchereine Orgel zu machen im Stande war. Der Kaiser befahl seinem Schatz-meister, demselben das dazu Nöthige zu besorgen, und Georgius errich-tete in der Achener Pfalz eine Orgel von wunderbarer Kunst. Vondieser singt Ermold:

Selbst die Orgel, die nimmer bisher bei den Franken gebaut ward,

Deren im Stolze sich rühmt jenes pelasgische Land,

Und durch deren Besitz dir allein, o Kaiser, den Vorrang

Constanz Hof noch bestritt, schmückt nun in Achen die Pfalz. (Pfund.)

2 ) Bis auf unsere Tage, wo durch den Gesanglehrer des AchenerGymnasiums Peter Bauer die alten herrlichen vierstimmigen Canticaund Psalmen zuerst in Noten gesetzt wurdeD, hat der Kirchengesangsich auf einer hohen Stufe behauptet. Nach Albert von Thimus »har-monikale Symbolik des Alterthums« ist die mehrstimmige uralte achenerPsalmodie im Munde des Volkes Psalmgesang Kaiser Karls genannt,geeignet, uns eine Vorstellung zu geben von der harmonischen Behand-lung des gregorianischen Gesanges