Die Kuppelverzierung. Reliquien.
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. Einen besondern Schmuck für die Palastkirche bil-dete die Kuppelverzierung. Diese war in Mosaik auf Gold-grund ausgeführt und stellte Christus unter den vier undzwanzig Aeltesten nach der Offenbarung des h. Johannes(4, 4) dar. Zu S. Peter in Rom, wo Karl im Jahre 800 zumKaiser ausgerufen wurde, war eine ähnliche Darstellung. ')
I Als ein ganz besonders werthvoller Schatz der Pfalz-kapelle muss die grosse Menge heiliger Reliquien betrachtetwerden, welche Karl aus dem Abend- und dem Morgenlandein derselben angesammelt hatte. Welchen hohen Werth eraufl die ehrwürdigen Ueberreste legte, gebt daraus hervor,dass er Reliquien im Kriege mit sich führte und als Hüterderselben «Geistliche auswählte, welche mit ihm auszogenund abwechselnd denselben die angemessene Verehrung er-wiesen.« Wer war in günstigerer Lage, solche an denjenigenOrten zu erwerben, wo sie seit Jahrhunderten ehrfurchtsvollaufbewahrt wurden, als Karl? Sein Verhältniss zu Rom,Constantinopel und Jerusalem war der Art, dass man ent-weder aus Dankbarkeit oder aus politischen Gründen seinenWünschen in dieser Beziehung entgegenkommen musste. AlsFreund und Wohlthäter der Päpste Hadrians I. und Leos III.,als [ Patricius von Rom, als Schutzherr der abendländischenKirche überhaupt konnte er mit Sicherheit auf dieses Ent-gegenkommen rechnen, besonders während der Zeit seinesviermaligen Aufenthaltes in der ewigen Stadt. Mit Constan-tinopel stand er mehrere Jahre in so freundschaftlichemVerkehre, dass zwischen seiner Tochter Rotrud und dem
I') Nach dem Berichte des Karls-Yereins zur Restauration desAchener Münsters vom 18. Oktober 1868 hat sich durch die Unter-suchung des Geh. Regierungsrathes von Quast ergeben, dass zwar keinedie [frühere Darstellungsweise des Kuppelschmuckes bekundende Ueber-reste der ursprünglichen Arbeit, wohl aber noch viele für einen neuenSchmuck verwendbare, und insbesondere die die alten Farbentönenachweisenden Mosaikpasten vorhanden sind, worauf der Geheimrathvon Quast bei den jetzt durch ihn anzufertigenden Entwürfen jedemögliche Rücksicht nehmen werde. — Bis zum Erscheinen vorliegen-den Werkes war man noch nicht zu einem definitiven Beschlüsse hin-sichtlich der Restauration der ursprünglichen Kuppelverzierung ge-kommen.