Druckschrift 
1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

Hofschule. Akademie. 7

ist wahrscheinlich am Ende des neunten Jahrhunderts von

^§den Nonnannen zertrümmert worden.

Ausserdem, dass die Pfalz der Wohnsitz des Hofes unddes zahlreichen Gefolges Karls des Grossen war, umfasstedieselbe die wichtigsten Einrichtungen für die Bildung unddie Wohlfahrt seines Volkes. Unter diesen lag ihm wohlkaum eine mehr am Herzen, als die Schule. Nachdem erdurch glückliche Kriege die Grenzen seines Reiches erweitertund durch vortreffliche Massregeln dieses geordnet hatte,war fortan die Sorge für die Bildung seiner Untc-rthanensein Hauptaugenmerk. Er errichtete eine Hofschule für seineKinder und diejenigen seiner Grossen, die nach alter Sitteunter den Augen des Herrschers erzogen wurden, und beriefan dieselbe gelehrte Männer aus Italien und England, welchesletztere namentlich damals in der Bildung hochstand, undhielt es nicht unter seiner Würde, ihr Schüler zu sein. VorAllem hatte Karl das Glück, um das Jahr 782 den gelehr-testen Mann seiner Zeit, den Engländer Alcuin zum Lehrer,Freund und Diener zu gewinnen. Karl war darüber sehrerfreut und soll gesagt haben, er erachte den Besitz Alcuinshöher, als den eines Königreiches. Es muss dem Königeschwer geworden sein, den verdienten Mann 796 aus seinerNähe zu entlassen, damit derselbe in Tours eine Schulegründe. Diese gelangte unter ihm zu hoher Blüte und trugeinen grossen Theil des Verdienstes, dass das Reich auf einehöhere Stufe der Kultur gelangte. Viele ausgezeichnete undgebildete Männer, welche nachher in Kirche und Staat glänz-ten, hatten hier ihren Unterricht genossen. Alcuin war 735geboren und starb 804. Den König unterrichtete er in Rhe-torik, Dialektik und besonders in der Astronomie, währendder Italiener Petrus von Pisa ihn die Grammatik lehrte.

Eine andere berühmte Einrichtung der Pfalz, welchedie vorzüglichsten Männer von Zeit zu Zeit um den Herr-scher zu wissenschaftlichen Verhandlungen versammelte, wardie Akademie. Eine ganze Reihe Staatsmänner, Dichter, Ge-schichtsschreiber und Künstler gehörte zu derselben. Sie tru-gen in der Akademie Namen aus dem alten Testamente, derKirchengeschichte und klassischen Literatur. So hiess KarlPavid oder Salomo, Alcuin Flaccus, Einhard nach dem Er-