8 Bibliothek. Reichsarchiv. Schatzkammer.
bauer der Stiftshütte Beseleel, Angilbert, der SchwiegersohnKarls, Homer, Odo, der Erbauer der Achener Palastkirche,Hirara etc. In der Pfalz befand sich auch die BibUotlielc,in welcher Karl, wie sein Lebensbeschreiber Einhard erzählt,eine Menge Schriften angesammelt hatte. Er liess in Italiendie Handschriften der heiligen Schrift sowolü als die pro-fanen Autoren ankaufen und in seinen Dom- und Kloster-schulen auf das genaueste abschreiben und mit Uncial-schriften und Bildern ausstatten, welche antiken Mustern nach-gebildet waren. Noch jetzt bewundern wir die Handschriftenmit Miniaturen in Paris, München, Rom, Trier, Achen undan anderen Orten aus der Zeit Karls des Grossen. Einhardspricht auch von einem PfahlnbliotlteMr, dem vom Königeauch die Sorge von baulichen Einrichtungen übertragen war.
In der Pfalz war auch das Reichsarchiv, welches dieVerhandlungen über weltliche und kirchliche Angelegenhei-ten, wichtige Staatsakten, das Verzeichniss der weltlichen undgeistlichen Lehen und dasjenige der Krongüter aufbewahrte.
Die Achener Pfalz umschloss ferner die Schatzkammerdes Reiches. Dieser flössen Kriegsbeute, Tribut, Einkünftealler Art und Geschenke zu. Als nach langem blutigenKampfe die Avaren vernichtet worden waren, wurde der seitmehreren Jahrhunderten von ihnen in den soganannten Ringenaufgehäufte Schatz derselben nach Achen abgeliefert. NachEinhard wurden die Franken, welche bis dahin arm erschie-nen, durch diesen Krieg wie durch keinen andern bereichert.Ausser baarem Gelde enthielt die Schatzkammer auch andereDinge von Werth, so die kostbaren Gaben des ChalifenHarun Arrischid, mit welchem Karl werthvolle Geschenkeaustauschte. Sehr bedeutend waren die Zusendungen Harunsan Karl im Jahre 807. Neben einem Zelte von wunderbarerGrösse und Schönheit, neben seidenen Gewändern, Salbenund Balsam, übersandte er das künstliche Uhrwerk vonMessing, in welchem der Lauf der zwölf Stunden sich nacheiner Wasseruhr bewegte, mit ebenso vielen ehernen Kiigel-chen, welche beim Ablaufe der Stunden herabfielen und durchihren Fall ein darunter liegendes Becken ertönen machten;in demselben Uhrwerk waren eben so viele Reiter, welchenach Ablauf der Stunden durch zwölf Fenster heraustraten,