Die Karolinger. 3
richtiger Chlodowccli nennen, zu einem grossen Reiche, demder Merovinger, vereinigt. Kaum zweihundert fünfzig Jahrehielten die Merovinger sich aufrecht, da waren auch sie zurSchwäche und Ohnmacht herabgesunken. Aber unter ihnenwar ein unserer Gegend entstammendes, zu beiden SeitenMaas und von dieser bis in den sogenannten Kohlen-ald hinein güterreiches Geschlecht zu hoher Bedeutung ge-kommen, nämlich das nach Karl Martell (dem Hammer)genannte Haus der Karolinger. Anfangs Hausmeier, Ministerder Merovinger, wurden sie zuletzt deren Nachfolger. Esst zweifelhaft, ob die Nachkommen Cklodowechs unsere Heil-svässer benutzt und an denselben eine Pfalz oder einen könig-lichen Wohnsitz gehabt haben, von König Pippin, welcher.der Scheinherrschaft des letzten Merovingers Childerichs III.752 ein Ende machte und ihn in ein Kloster schickte, ist esahrscheinlich, denn der erste König aus dem karolingischenause feierte zweimal 753 und 765 hohe Kirchenfeste inAchen, was das Vorhandensein einer angemessenen Pfalz undeines kirchlichen Gebäudes voraussetzt.') Hiermit tritt auchAchen in die Geschichte ein, in welcher es in den nach-folgenden Jahrhunderten keine unwichtige Holle spielen sollte,da es das Glück hatte, die Aufmerksamkeit eines der gröss-ten Männer aller Zeiten auf sich zu ziehen. Nachdem näm-lich der grosse Karl, Königs Pippin Sohn, durch den Todseines jüngern Bruders Karlmann Herr des ganzen fränki-schen Reichs geworden war, dieses auch noch durch glück-liche Kriege ansehnlich erweitert hatte, war er darauf be-dacht, eine Residenz zu erbauen, wo er bleibend seinen Sitzhaben konnte. Zu solchem erkor er wegen der Vorliebe zuden natürlich hervorsprudelnden Heilquellen, wie sein Le-bensbeschreiber Einhard erzählt, Achen, das auch zu seinem1| Familienbesitz gehörte. Von hier aus entfaltete er von demJahre 788 an bis zum Jahre 814 seine segensreiche Thätig-keit für die Ausbreitung und Hebung der Kirche, für dieEinrichtung des Staates, die sittliche Verbesserung und Be-
') In einer Urkunde, die später angeführt werden wird, spricht^ngilbert von Reliquien, die Karl der Gr. und frühere Könige in demlirwürdigen Palast gesammelt haben.
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