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2 (1877) Quellen zur Geschichte der Grafen von Fürstenberg vom Jahre 1300 - 1399
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Das Siegel des Bruders Johannes fehlt.Perg. Or. Donaueschingen.

1) Der nicht genannte Ort ist das Paulanerkloster in der Scharten oder Tannheim, dessen Bestandhier zuerst erwähnt wird, zwischen dem Dorfe Tannheim und Wolterdingen (B.A. Donaueschingen) gelegen.Vergl. auch unten Nr. 307. Petri, Suevia ecclesiastica, p. 787, nennt den Grafen Hugo von Fürstenberg alsGründer und 1353 als Gründungsjahr, Angaben, denen wahrscheinlich nur die obige Urkunde zu Grunde liegt.Die von Gerbert, Hist. Nigr. Silvae, H, 154, aus P. Nicolaus Benger, Annales ordinis st. Pauli eremitae,Vol. II, Hb. I, p. 249, für die Gründung angeführte Jahrzahl 1358 ist jedenfalls zu berichtigen.

Petri "und Gerbert und von Paulaner-Eremiten des 17. und 18. Jahrhdts. an das f. f. A. mitgetheilteAuszüge aus handschriftlichen Annales ordinis st. Pauli Eremitae berichten ziemlich übereinstimmend übereinen Cuno von Pürstenberg, der im Kloster Tannheim als Seliger verehrt werde. Ein von P. Martinus Locherzwischen 1689 und 1708 mitgetheilter Bericht lautet:Beatus frater Cuno professus ordinis istius ex illustris-sima familia Fürstenbergica, Silentiarius dictus, mirandis clarissimis presertim contra rupturae et calculi doloresinvocatus, in monasterio Thanensi prope Doneschingen primus fundator eiusdem monasterii floruit circa annum1325 et usque in hunc diem magno populi concursu colitur et invocatur". P. Basilius Koler, Prior in Tann-heim, berichtet 1708:Tenor annalium sie sonat: Ulustrissimae familiae comitum de Pürstenberg grata sempermemoria referre debemus in aeeeptis eeclesiam in Thana appellatam a se pietati Proto-Eremitae fundatam, incuius sinu b. frater Cuno conversus, cognomento Silentiarius, miraculorum fama illustris requieseit et a Christifidelibus per immemorabile tempus contra gravissimos rupturae dolores invocatus. Hucusque annales". DieAufzeichnung der Stellen in beiden Annalen dürfte nicht über das 17. Jahrhdt. hinaufreichen; beim Mangelaller gleichzeitigen Nachrichten ist ihr Anspruch auf Glaubwürdigkeit sehr gering, wenn man es auch nichtals geradezu unmöglich bezeichnen kann, dass etwa Konrad, der Domherr von Constanz und Pfarrherr vonVillin^en und Dornstetten, sich in seinen letzten Lebensjahren nach Tannheim zurückgezogen habe. Da der-selbe jedoch 1321 bereits verstorben war (s. oben Nr. 111), so müsste in diesem Falle Tannheim als Paulaner-kloster noch älter sein als Rohrhalden bei Rottenburg am Neckar, das angeblich 1348 begründet, bisher alsdas älteste Kloster dieses Ordens in Deutschland galt. Viel wahrscheinlicher bleibt doch, dass die Niederlas- .sung der Eremiten in Tannheim erst unter dem Grafen Hug erfolgte, dass sich bei ihnen sodann die Ver-ehrung des seligen Cardinais Konrad von Urach als Ahnen ihrer Schutzherren localisirte und dass dessenLebensumstände von der dortigen Tradition allmählich entstellt wurden. Dass zum mindesten eine ii-rthümlicheVermengung mit dem Cardinal hereinspiele, zeigen die weiteren Angaben des P. Koler. Derselbe berichtetnämlich ferner: die meisten Tannheimer Schriften seien vor vielen Jahren durch Feuersbrunst zerstört worden;unter den Leuten aber sei die gemeine Sage, Cuno der Schweiger sei aus dem Hause Fürstenberg und Laien-bruder der Paulaner-Eremiten gewesen, habe neun Jahre lang kein Wort gesprochen und sei endlich zurWürde eines Cardinais erhoben worden, welche er jedoch aus Demuth nicht angenommen.Die Miracula be-treffend^ welche in wenig Jahren vnd zwar nur de anno 1662 geschehen, können deren vber die fünfhundertgezehlt werden, welche sowohl von meinen Patribus Vorfahren alß mir Endtsvnderzogenen ordentlich zuesamengetragen worden vndt theils noch durch lebendige Zeugen können probiert werden". Archivar Müller bemerkt1805:Nach stets erhaltener Tradition wurde Cuno da begraben, wo noch wirklich das eisene Einfanggitter inder Thannhenner Klosterkirche zu sehen ist."

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