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geschriebenes e, sondern übergeschriebenes u bedeuten, icie z. B. •in gräf, Bär, Strasse. Die nebenhervorkommenden Formen: grauf, Baur, strausse , die Schreibweise öch für öueh, auch und ähnliche,endlich die heutige mundartliche Aussprache zeigen, dass diese Worte nicht gräf, Bar, Strasse,sondern gräf, Bär, Strasse zu lesen sind. Auch das Zeichen A wird häufig zur Bezeichnung ver-schiedener Umlauter gebraucht und ist dann stets durch ' wiedergegeben. Dagegen ist es beibehalten,ivenn es zur Bezeichnung der Länge dient, ein Gebrauch, der sich, wenigstens in unseren Urkunden,seltener und kaum bei jüngeren Schreibern als des 14. Jahrhunderts findet; ebenso dann, ivenn Ziveifelüber die Bedeutung des Zeichens obwalten können.
Erst im 15. Jahrhundert haben sich die Zeichen für den Umlaut, ivie Weizsäcker mit Bechtbemerkt, allmählich sinn - und planlos in entsetzlicher Steigerung über die Texte hingelagert. Indem Zeiträume aber, den die zwei ersten Bände dieses Werkes umschließen, hat es die Mehrzahlder Urkundenschrciber mit der Bezeichnung des Umlautes genau genommen, loie denn der Ortho-graphie der ältesten deutschen Urkunden überhaupt viele Unrichtigkeiten und Inconsequenzen dermodernen noch fremd sind. Schriftstücken mit durchaus folgerichtiger Lautbezeichnung begegnet manfreilich auch im 13. und 14. Jahrhundert selten; auch in der sorgfältig geschriebenen Villinger Ur-kunde von 1324, Dez. 7. sind z. B. e und § ziemlich willkürlich unterschieden und neben den be-stimmteren Umlauteeichen auch ein dachförmiges, in unserem Drucke durch ' tviedergegebenes eurunterschiedslosen Bezeichnung aller umlautenden Vocale gebraucht. Sehr oft findet sich auch, ivaswohl noch eu wenig gewürdigt wird, der Unilaut nur durch den Urvocal bezeichnet. Besondershäufig ist dieß bei u der Fall. Wenn Worte loie der Artikel oder das Relativum die — dv oder du,das Pronomen sie — su geschrieben werden (so in der Urk. Nr. 551 v. 1280 und öfters), so bleibtkein Ziveifel, dass „du" und „sü" gesprochen wurde. Auch iu oder iv und ui oder vi tcechseln oftin denselben Worten mit u, so dass man einen Unterschied der Aussprache bezweifeln muss.Furstcnberg, Fiurstenberg, Fürstenberg, Fürstenberg, Furstenbcrg z. B. stellen, da diese Formenvom 13. bis IG. Jahrhundert sich nicht chronologisch enttvickeln, sondern in bunter Mischungvorkommen, wohl sämmtlich den gleichen Lata: Fürstenberg oder vielleicht genauer: Fiursten-berg dar.
Die beigegebenen Abbildungen von Siegeln und Grabsteinen sind theils nach den OriginalenJhniuc ^<c»7s nach davon genommenen Abgüssen vom fürstlichen Zeichner Hrn. Wagner in Donaueschingen aufHolz gezeichnet und in der xylographisehen Werkstatt von Hrn. Daumerlang in Nürnberg geschnitten.Der Abbildung eines Siegels wurden stets möglichst viele Stücke zu Grunde gelegt, so dass die be-schädigten Stellen des einen Stückes durch die besser erhaltenen eines andern ergänzt toerden konnten.Selten begegnet man gänzlich unbeschädigten Siegeln; die Möglichkeit verschiedene Abdrücke desselbenStempels zur Herstellung eines möglichst vollständigen Bildes zu veriverthen toar daher der vor-nehmste Grund, wesshalb für die Abbildungen nicht der heute gewöhnlichere Lichtdruck, sondern derHolzschnitt gewählt ivurcle. Da ich die Abbildungen auf den verschiedenen Stufen ihrer Entstehungwiederholt mit den Vorlagen verglich, darf ich hoffen, dass eine getreue Wiedergabe erzielt wurde.
Die Titelrignctte des Werkes stellt das an einer Urkunde von 1228 hangende, ivolüerhalteneund merkwürdige Siegel des Grafen Egino des Bärtigen von Urach dar, jenes Ahnherrn des Ge-schlechtes, der durch seine Vermählung mit Agnes von Zähringen dessen erneuerte Macht und dessengroßenteils bis heute bewahrten Besitz begründete. Der Graf ist bereits im höchsten Alter und