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ZUM LEBEN .UND STERBEN ALEXANDERS VI.
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bestritt in seiner Fortsetzung der Annalen des Baronius selbstdies 07 ; weder der Papst selbst noch sein Sohn habe einen Mord-anschlag auf Hadrian oder andere Kardinäle unternommen, dienach dem Zeugnisse Burchards eines natürlichen Todes gestorbenseien, das Ganze sei nichts als eine böswillige Verleumdung übel-gesinnter Schriftsteller vom Schlage eines Guicciardini,Sannazar und Jovianus Pontanus. Alexander VI. seivielmehr ein Papst mit vorzüglichen Eigenschaften gewesen, wel-chem Anton Carracciolo, der Biograph Pauls IV., einesolch innige Andacht zum heiligsten Sakramente nachrühmte, daßer es in einer goldenen Kapsel beständig bei sich trug; nur als erdem Gastmahle in der Villa des Kardinals Hadrian anwohnte, habeer es mitzunehmen vergessen, weshalb er den jungen C a r a f a inseine Gemächer schickte, um es zu holen. Dieser habe ihn jedochtot auf dem Boden liegen gesehen und sei darob in Ohnmacht ge-fallen, aus welcher er erst wieder erwachte, als der Papst wirklichsterbend zurückgetragen wurde. Gab somit selbst Bzovius die Ver-giftung des Papstes, wenn er sie auch nicht zu erklären vermochte,doch immer noch zu, so räumte der Oratorianer OderichRay-nald (f 1671) entschlossen auch mit ihr auf 08 . Mit Bzovius be-zeichnete er Alexander als das Opfer böswilliger Verdächtigungen,gleich ihm stützte er sich auf das Tagebuch Burchards, ging aberüber seinen Vorgänger darin hinaus, daß er unter Berufung aufden hier mitgeteilten Krankheitsbericht, worin nicht von Gift, son-dern nur von bösartigem Fieber die Rede sei, dieses als die reinnatürliche Todesursache hinstellte. Diese Erklärung wurde nunzwar, wie wir uns überzeugten, dem überlieferten Quellenbestandein keiner Weise gerecht, vermochte aber wenn auch nicht aufeinen Mann wie Altmeister Ranke", so doch sogar auf zahl-reiche protestantische Historiker Eindruck zu machen, und erntetenatürlich erst recht im katholischen Lager freudigen Beifall, dasie dem hier schon mit Rücksicht auf den Protestantismus herr-schenden Bestreben einer Entlastung der Borja den willkommenenAnschein einer wissenschaftlichen Grundlage verlieh 100 .
Oft und oft wurde die Frage aufgeworfen, wie es doch möglichund psychologisch erklärlich sei, daß ein Mann, als StellvertreterChristi auf Erden mit der höchsten Verantwortlichkeit derChristenheit beladen, nicht nur die heiligsten Pflichten seinesAmtes, sondern auch schon die elementarsten Gebote der Sittlich-