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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.

I ...

aber wie dem auch sei sicher ist jedenfalls, daß gerade Justi-nian die Vergiftung, weit entfernt, sich über sie in Stillschweigenzu hüllen, als einer der ersten in einer Weise bezeugte, welchejeden Zweifel ausschloß. Und schon schössen spanische Fahrzeugedurch die Fluten des Mittelländischen Meeres, um die gleicheKunde an den Hof Ferdinands des Katholischen zubringen; ihr Inhalt wird uns von dem amtlichen aragonischenChronisten Hieron ymus Zurita 69 überliefert, dessen Ge-schichtswerk, aus den zuverlässigsten Quellen geschöpft,durch-aus urkundlich ist und die Glaubwürdigkeit eines Diploms hat 70 ".Es bestätigt, was wir schon durch Justinian wissen: währendCesare von einem italienischen Reiche träumte, welches er zuschaffen gedachte, sei der Papst an dem Gifte gestorben, das vonseinem Sohne dem Kardinale Hadrian von Corneto zu-gedacht war, in dessen Garten sie zu Abend speisten. PeterM a r t y r, von 14921502 am Hofe der spanischen Majestätenmit dem Unterrichte des jungen Adels betraut, hatte von dem außer-ordentlichen Ereignisse bereits durch das aus Rom mittels könig-licher Eilboten übersandte Schreiben des spanischen GesandtenKenntnis erlangt 71 , als er durch den ihm befreundeten KardinalBernhardinCarvajal noch ausführlicheren Berichterhielt,auf Grund dessen er nun seinerseits den Erzbischof von Granadain das Geschehene einweihte. Der Herzog von Valence, so warihm aus der Ewigen Stadt geschrieben worden, und so schrieb ernun auch selbst 72 , habe einige reiche Kardinäle zur Tafel geladen 78und zugleich, auf daß sie keinen Verdacht schöpften, den Papst;er habe zwei silberne Gefäße mit "Wein füllen, eines davon abervergiften lassen, indem er dem Diener die Weisung gab, dieses denKardinälen, das unvergiftete aber dem Papste und ihm zu reichen.Doch seien die Becher verwechselt und der Papst so vergiftet wor-den, welcher denn auch schon nach wenigen Tagen verstarb, wäh-rend Cesare, dank seiner Jugend und weil er sofort kräftige Heil-mittel gebrauchte, mit dem Leben davonkam, aber, in die Ein-geweide frisch geschlachteter Mauleselinnen gehüllt, dem Ver-nehmen nach noch immer daniederliege.

Somit ergibt sich von selbst, was von der so zuversichtlich vor-gebrachten Einrede zu halten sei, nur auswärtige Schriftsteller, wieBembo, Jovius, Sanuto, Peter Martyr, redeten vonGift, während die beim Tode des Papstes in Rom anwesenden, vor-