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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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AL E XANDER AN GIFT, NICHT AN FIEBER GESTORBEN 323

züglich unterrichteten Berichterstatter, wie namentlich J u s t i-n i a n, nichts davon wüßten. Denn gerade in denauswärtigenSchriftstellern" sprechen die wichtigsten römischen Kronzeugenzu uns, in Jovius Hadrian von Corneto selbst, in Sanuto Justinian,in Zurita der spanische Gesandte, in Peter Martyr dieser und Kar-dinal Carvajal. Die schwerwiegenden Aussagen solcher Männerlassen sich nicht so leicht auf die Seite schieben und hätten, sorg-sam geprüft, die Meinung nicht aufkommen lassen, als sei die An-nahme einer Vergiftung nur aus der gleichzeitigen ErkrankungCesares und des Papstes sowie der raschen Verwesung der Leicheerwachsen 73 ". Denn einmal handelte es sich um die gleichzeitigeErkrankung nicht nur Alexanders und seines Sohnes, sondernüberhaupt aller Teilnehmer am Gastmahle Hadrians 74 , diesenselbst mit eingeschlossen. Sodann kam aber nicht eine bloße Er-krankung in Frage, sondern, worum sich alles dreht, eine Erkran-kung mit ausgesprochenen Vergiftungserscheinungen. Der zeit-genössische päpstliche Sekretär Sigismund de' Conti willes zwar dahingestellt sein lassen, ob die Erzählung von der Ver-giftung des Papstes auf Wahrheit oder Dichtung beruhe; aber, soschreibt er 75 ,soviel steht jedenfalls fest, daß Valentin und derKardinal Hadrian sofort nach jener Mahlzeit in die gefährlichsteKrankheit verfielen und viele Anzeichen einer Vergiftung auf-wiesen". Erinnern wir uns nun, daß auch Hadrian selbst berich-tete, wie er nach dem tödlichen Tranke ein verzehrendes Feuerin seinen Eingeweiden verspürt und das Bewußtsein verlorenhabe, so werden wir über Ursprung und Art jener plötzlichen Er-krankung nicht im unklaren sein. In dieser schon bei Lebzeitendes Papstes gebildeten Überzeugung von seiner Vergiftung sahman sich dann allerdings nach seinem Tode beim scheußlichenAnblicke seiner Leiche 76 erst recht bestärkt; denn eben weil damalsverschiedene Leute dem römischen Fieber erlagen, ohne nachihrem Ableben ein so grauenhaftes Aussehen zu gewähren, soschloß man unwillkürlich, es müsse mit dem Sterben Alexandersseine besondere unheimliche Bewandtnis gehabt haben. Manglaubte den Toten vom Teufel gezeichnet, dem er schon im Lebenverfallen war, die Legende von seinem Vertrage mit dem Dämonerhielt neue Nahrung.

Somit kann kein Zweifel obwalten, daß Alexander VI. an demGifte zugrunde ging, welches er selbst und Cesare dem Kardinale

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