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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER MORDANSCHLAG AUF HADRIAN

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neto zum Unheile. Es hatte seinen guten Grund, wenn die Borjaihn so bald schon seinem Amtsgenossen von Monreale ins Jenseitsnachzubefördern gedachten. Es war August, ein drückende Hitzebrütete verderbenschwangere Fieberlüfte aus, welche auch unterden Insassen des Vatikans so manche Opfer forderten 43 ; da fieles nicht auf und erregte keinen Verdacht, wenn nun auch dieserund jener Kardinal in die Grube sank, ob durch Gift oderFieber, wer wollte das nachher so genau untersuchen? Nur mußteman bei einem Manne wie Hadrian mit besonderer Vorsicht zuWerke gehen; denn er war zu lange der vertrauteste Gehilfe desPapstes gewesen, um sich vor seinen Schlichen nicht sorgsam inacht zu nehmen. Die Erzählung Razzis ist nun aus dem Grundesehr beachtenswert, weil ihr zufolge zwar Hadrian von den Borjavergiftet werden sollte, in Wirklichkeit aber den Stiel umdrehteund sie vergiftete, da er, durch den ihm befreundeten päpstlichenAufwärter gewarnt, diesem vorsichtshalber den Rat gab, die fürdie Kardinäle bestimmte Flasche den Borja, die den Borja vor-behaltene aber den Kardinälen einzuschenken. So erklärt es sichallerdings, daß die Borja den Giftbecher selbst leerten, welchensie anderen zugedacht hatten. Daß auch die anderen Tisch-genossen daraus tranken, wird bei der Erwägung leicht begreif-lich, daß sich die Kardinäle, in den tückischen Anschlag desPapstes nicht eingeweiht, unbedenklich aus der Flasche kredenzenließen, woraus sie die Borja selbst trinken sahen. Zugunstendieser Darstellung Razzis fällt der Umstand schwer ins Gewicht,daß sie, und zwar sie allein, den Schlüssel zum Verständnisse dervom jüngeren B e r o a 1 d , dem Sekretäre Hadrians, erhobenenAnklage bietet, dieser habe den Papst vergiftet. Beroald konntediese Beschuldigung mit einem Scheine der Berechtigung nurunter der Voraussetzung vorbringen, daß das Mahl auch seinerKenntnis zufolge den von Razzi geschilderten Verlauf nahm; undwoher hätte er diese Kenntnis schöpfen sollen, als aus dem Mundedes Kardinals Hadrian selbst? Zum förmlichen Mordanschlageauf den Papst stempelte der Sekretär den Rat seines Herrn bezüg-lich des Flaschentausches freilich erst, nachdem er sich mitihm heillos überworfen hatte; vielleicht spielte auch die An-nahme hierbei eine Rolle, Hadrian, durch die bekannte Prophe-zeiung geblendet, habe den Borja aus dem Wege zu räumen be-schlossen, um das Papsttum jenes Leo zu beschleunigen, dessen

b.