DIE ERMORDUNG DES KARDINALS HADRIAN
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habgierigen Diener ermordet und an unbekanntem Orte ver-scharrt 18 '. Und doch wurde ein Hadrian Papst, ein gelehrter Mannaus bescheidenem Hause, ganz wie das Weib es vorausgesagthatte, — nur war es nicht der Humanist aus Corneta, sondern einSchulmeister aus Utrecht.
Wenn sich nun von Razzis Angaben über den KardinalHadrian die meisten als unrichtig erweisen, so drängt sich dieVermutung von selbst auf, es werde sich wohl nicht viel bessermit seiner Erzählung vom Mordanschlage Cesares und des Papstesauf den Kardinal von Corneto verhalten. Diese Vermutung er-scheint aber um so berechtigter, als ja doch gerade jene Schrift-steller, welche damals selbst in Rom lebten, im Vatikan wohntenoder doch Tag für Tag aus und ein gingen und kraft ihrer amt-lichen Stellung den besten Einblick in die Verhältnisse hatten,also zu einer zuverlässigen Darstellung in erster Linie befähigtwaren, von einem solchen Anschlage nichts zu wissen scheinen,ihn sogar zum Teile ausdrücklich ausschließen. Es fiellängst mit Recht auf, daß der päpstliche ZeremonienmeisterJohannes Burchard zwar den Verlauf der Krankheit desPapstes und seines Sohnes in allen Einzelheiten schildert 19 , aberweder von einem Gastmahle beim Kardinale Hadrian noch voneiner Vergiftung das Geringste verlauten läßt. Der venezianischeBotschafter Anton Justinian hält seine Regierung überden Stand der Krankheit des Papstes ununterbrochen auf demlaufenden, ohne der Vergiftung in seinen amtlichen Schreiben 20je zu gedenken. Ebensowenig meldet Beltrand Costabili,der römische Gesandte des Herzogs von Ferrara, des Schwieger-sohnes des Papstes, von einer solchen, bemerkt vielmehr imGegenteile 21 , es sei kein Wunder, wenn der Papst und Cesaredurch das Terzianafieber ans Bett gefesselt seien, da ja fast alleAngehörigen des Hofes unter der üblen Luft schwer zu leidenhätten. Der mantuanische Gesandte Johann LucidusC a t a n e i erklärt sogar ausdrücklich, es bestehe kein Verdachteiner Vergiftung, obschon Vater und Sohn zur gleichen Zeit er-krankt seien. Meister S c i p i o , welcher dem Papste mit demBischöfe Bongiovanni von Venosa ärztlichen Beistandleistete 22 , führte den bedenklichen Zustand Alexanders auf einenSchlaganfall zurück 23 . Auf Grund dieses Quellenbefundes lehnendenn auch die angesehensten Historiker die Annahme einer Ver-
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