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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER TOD DES PAPSTES

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allen Gesichtszügen glich, lieber und werter war 48b ."Allgemein",meldet ein anderer gleichzeitiger römischer Berichterstatter 4 ^,kannte man den Namen des Mörders, wenn man es auch nichtfür ratsam hielt, ihn auszusprechen." Beschworene Augenzeugenwird man für eine nach sorgfältiger Vorbereitung im verschwiege-nen Dunkel der Nacht verübte Mordtat vernünftigerweise nichtverlangen; auch ohne solche darf man es mit Rücksicht auf dienäheren Umstände als moralisch gewiß erachten, daß Cesare derMörder seines Bruders war 48d , wie denn auch Lucas Bettini hier-von als von einer offenkundigen Tatsache spricht.

Mit der Vergiftungsgeschichte berühren wir den zweiten Be-standteil der Erzählung Bettinis; wir lassen sie einstweilen aufsich beruhen, sie wird uns später näher beschäftigen. Fassen wirzunächst nur die wichtigsten der von ihm angeführten Nebenum-stände ins Auge, so findet seine Angabe, der Papst und sein Sohnseien nach dem Genüsse des vergifteten Weines sofort aufs alier-schwerste erkrankt und wie tot in den Vatikan getragen worden,ihre Stütze nicht nur in den Biographien Carafas, sondern auchin Guicciardini 49 ; ihr liegt wohl der Umstand zugrunde,daß sie nach dem verhängnisvollen Tranke in tiefe Ohnmachtverfielen, was keineswegs ausschließt, daß Alexander dem Zeug-nisse anderer Berichterstatter zufolge erst nach mehrtägigerKrankheit erlag, wie ja übrigens auch Bettini selbst annimmt.Seine Versicherung, Cesare habe seine Rettung außer seiner ju-gendlichen Lebenskraft dem Heilmittel einer frisch geschlach-teten Mauleselin verdankt, in deren Haut er sich einwickelte, wirddurch andere gleichzeitige Nachrichten bestätigt 50 ; das drastischeMittel sollte wohl zum Schutze gegen den bei solchen Zuständengerne auftretenden Schüttelfrost dienen. Für die gräßliche Szenemit dem sterbendeii Papste inmitten der schreienden Dirnen beruftsich Bettini auf einen gewissen Anton von Vetralla, wel-cher damals als Vertreter (Geisel?) seiner Heimat Veralla", einesorsinischen Besitztumes, am päpstlichen Hofe weilte. Der zu-nächst unverständliche Ausdruck, Alexander sei gestorbenwieein Frosch", velut rana, beruht wohl auf dem weitverbreitetenVolksglauben, die Froschmännchen oblägen der Begattung mitsolcher Brunst, daß sie hierbei nicht selten ihr Leben einbüßten 62 ,will also andeuten, der Papst sei bei Ausübung des geschlecht-lichen Verkehrs gestorben. Gegen diesen Bericht erhoben sich