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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.

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IX

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behauptet e" 1 , eigentlich ihm gehört hätte; min-destens aber hätte ihm das Herzogtum Benevent gebührt, da erder ältere Bruder sei. Und schon damals wußte man in Spanien* 3 ,Neid und Eifersucbt seien es gewesen, welche dem Kardinale denMordstahl in die Hand drückten; der Papst aber habe sich bloß-gestellt, indem er so wenig Selbstbeherrschung verriet, daß erseinen Tränen und Klagen um den Getöteten freien Lauf ließ.Nunmehr beabsichtige er, den Cesare an die Stelle des Ermordetenzu setzen, und habe sich in dieser Angelegenheit auch schon andie spanischen Majestäten gewendet, welche aber ein Konzil gegenihn versammeln würden, wenn er so Abscheuliches wagte. Alsdann Cesare am 17. August 1498 den roten Hut wirklich abgelegtund sich bald darauf mit einer französischen Prinzessin ver-heiratet hatte 46 , da fiel es dem Blindesten wie Schuppen von denAugen. Man erkannte nunmehr den Sinn der anfangs so rätsel-haften Mordtat, man sah, wer allein größten Vorteil aus ihr zog,und man sagte sich mit den alten Römern: ,,Is fecit, cui prodest 47 ."Schon am 22. Februar 1498 hatte der ferraresische GesandteG. A. P i g n a aus Venedig seinem Herrn gemeldet, daß man denCesare als den Mörder seines Bruders bezeichne; dieselbe Be-schuldigung wurde von dem venezianischen Gesandten PaulC a p p e 11 o nach seiner Rückkehr aus Rom im Berichte vom28. September 1500 sowie in dem scharfen Briefe eines Unbekann-ten an Silvio Savelli vom November 1501 wiederholt 48 .Man hätte meinen sollen, die Borja hätten Himmel und Hölle inBewegung gesetzt, um eine solche ungeheuerliche Anklage, wennsie grundlos erhoben wurde, aufs kräftigste zurückzuweisen; siehüteten sich wohlweislich, dies zu tun, und sie wußten, warum.Der Doge L o r e d a n beschwerte sich im Dezember 1503 sogarin offener Ratssitzung dem spanischen Botschafter gegenüber,Cesare habe viel Böses verbrochen, namentlich aber seinen Bruderüberfallen und abgeschlachtet 48 ". Nachgerade trugen nicht ein-mal römische Schriftsteller ein Bedenken, den Papstsohn alsBrudermörder zu brandmarken.Nachdem man", schrieb sogarein Kuriale, der sehr gut unterrichtete päpstliche Sekretär S i g i s -mund de' Conti (f 1512),lange im unklaren darüber ge-wesen war, von wem der Herzog von Gandia ermordet wurde,stellte sich heraus (compertum fuit), der Valentin habe es getan,weil der Herzog dem Vater, welchem er in den Augen und in