DER BERICHT BETTINIS
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Unbekannte aber sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, sonderngehe zum Papste Alexander und sage ihm, er möge zu mir kom-men." Der Kämmerer tat, wie ihm befohlen war, und flüsterte demPapste alles ins Ohr. Da verfärbte sich der Papst vor Entsetzen,ging nicht weiter ins Kastell, sondern schickte den Kämmerer umseinen Kaplan und ließ sich heimlich den Leib Christi bringen,welchen er in einer Kapsel an seinem Busen barg, und so kam erzum Dämon. „Deine Zeit ist um", sprach dieser. Darauf der Papst:„Du versprachst, meinen Sohn zum Könige von Tuszien zumachen." Und so versank er in tiefe Traurigkeit und Betrübnis.Um ihn aufzurichten, beschloß sein Sohn, der BrudermörderV a 1 e n t i n 33 , ein Gastmahl zu veranstalten, und da er wußte,daß die beiden (geladenen) Kardinäle schwerreich waren, so ord-nete er an, daß ihnen Gift im Weine gereicht werde. Da nun derhiermit betraute Diener anderswohin abberufen wurde, der andereAufwärter aber nicht wußte, welches Gefäß das Gift enthalte, sogeschah es, daß er allen aus dem vergifteten Gefäße einschenkte,und so genossen alle das Gift samt dem Papste und Valentin, nachdem Ausspruche des Propheten Habakuk (2, 16 f.): „Trinke auchdu und schlafe ein; die Rechte des Herrn reicht dir den Kelch vonallen Seiten, und Schandgespei wird auf deine Herrlichkeit folgen."Sobald Valentin dies sah, schlüpfte er in eine ausgeweidete Maul-eselin und kam so mit dem Leben davon. Der Papst aber, weil erein Greis war, konnte nicht davonkommen, sondern in der Mittezweier Dirnen, deren Brüste er mit den Händen ergriffen hatte, sodaß sie vor Schmerz schrien, ist er wie ein Frosch gestorben. Soberichtete Herr Anton von Vetralla, der damals in Romals Abgeordneter seiner Vaterstadt weilte. Zur Zeit Julius' ILaber, als dieser den ehemals von Alexander bewohnten Raumumbauen ließ, kam, der Meldungen einiger Skopetinerbrüder ge-mäß 33 ", eine Kapsel mit einem Idole zum Vorschein. Als Julius dieserfuhr, beschloß er, Alexander VI. ausgraben und durch dieStadt nach dem Schindanger schleifen zu lassen. Die Prälatenwidersetzten sich dem aber mit der Erklärung, dies würde demKlerus zur Schande gereichen. Daraus erhellt also, daß er (Alex-ander VI.), weil nicht getauft, auch nicht Papst, noch zum Papst-tume befähigt, noch Christ war oder einen Glauben hatte, weshalbder Mann Gottes kein Schismatiker war, wenn er die Herrscher derChristenheit zur Berufung eines Konzils aufforderte 34 .
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