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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.

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Diese vierte merkwürdige Erzählung unterscheidet sich von dendrei anderen vor allem schon durch die Verschmelzung der Ver-tragslegende mit dem Vergiftungsberichte eine Verbindung, diefreilich locker genug ist und deutlich erkennen läßt, daß ihre bei-den Vorlagen ursprünglich selbständig und unabhängig von-einander bestanden und erst nachträglich, wohl von Bettini selbst,miteinander verkoppelt wurden. Aber auch schon der erste Teilweicht von den vorausgegangenen drei Vertragslegenden wesent-lich insoferne ab, als er nicht gleich ihnen den Abschluß, sondernden Ablauf des Teufelspaktes schildert, den furchtbaren Augen-blick, da der Dämon seine Rechte fordert und den Papst holenwill. Pünktlich erscheint er, dennder Tag der Erhebung" (diessuae creationis) kann nur der Jahrestag seiner Wahl sein, der11. August, der im Jahre 1503 von Alexander VI. freilich in rechtgedrückter Stimmung begangen wurde 35 . Während er nun aberim Abglanze der ihm zu Ehren entzündeten Freudenfeuer schim-mert, umfließt helles Licht auch sein dämonisches Gegenbild.Schon streckt es die Krallen nach ihm aus und befiehlt dem ent-setzten Kämmerer die Herbeirufung des Papstes. Zitternd rüstetsich dieser zu dem schweren Gange mit dem Leibe des Herrn,welchen er in einer Kapsel oder Büchse im Busen verbirgt. DieseZüge sind nun aber, so sonderbar sie uns anmuten, keineswegsnur Erzeugnisse einer lebhaften Einbildungskraft Bettinis oder derPiagnonen. Wir kennen den Kämmerer, welcher im Auftrage desPapstes sein Gemach betrat, um etwas zu holen, und dabei denDämon im päpstlichen Gewand erblickte es ist kein Geringererals Johann Peter C a r a f a, der Neffe des KardinalsOlivier Carafa und spätere Papst P a u 1 IV. Seine Biogra-phen melden nämlich 88 , er sei als junger Mann von seinem Onkelan den Hof Alexanders VI. gebracht, von diesem unter seine Käm-merer aufgenommen und mit Pfründen reichlich versorgt worden.Nun habe aber Alexander die Gewohnheit gehabt, das hl. Sakra-ment stets in einer goldenen Kugel als eine Art Amulett oderTalisman bei sich zu tragen, und da er es bei dem Gastmahle,welchem er um die Mitte August 1503 in den Gärten des reichenKardinals Hadrian von Corneto anwohnte, vergessenhatte, so habe er es durch seinen Kämmerer Carafa in seinemGemache holen lassen. Kaum halte dieser das Zimmer betreten,da sei er von dem strahlenden Lichte geblendet worden, welches