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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.

Und nun erzählt er, wie der Borja sein Papsttum ja doch nur demPakte mit dem Teufel zu danken hatte, von welchem er freilichbei den Abmachungen über die Dauer seiner Herrschaft überlistetworden sei. In der ersten Erzählung bietet der Teufel elf Jahre an:Borja verlangt achtzehn, der Teufel gibt scheinbar nach, läßt ihmaber nicht achtzehn Jahre Zeit, wie dieser erwartet, sondern nurachtzehn Tage über elf Jahre hinaus, wie denn der Papst elf Jahreregierte und am 18. August starb. Die zweite Erzählung gibt auchden Ort der Verhandlungen an, die am Hochaltare von St. MariaMaggiore vor sich gehen und von zwei Dämonen geführt werden;der in einem Winkel versteckte Meßner ist ihr Zeuge. Borjaschwört auf Verlangen der Dämonen den Glauben ab, wofür ihmdiese zehn Jahre Papsttum verheißen. Borja verlangt zwölf, dieDämonen gewähren ihm elfet un di poi". Borja ist zufrieden,er wähnt, erhalten zu haben, was er wollte, elf Jahre und einesdazu. Die Dämonen aber meinen trügerisch nur elf Jahre undeinen Tag dazu, was dem Umstände entspricht, daß Alexander VI.,am 11. August 1492 gewählt, am 12. August 1503, also genau nachelf Jahren und einem Tage, in die tödliche Krankheit verfiel. Inder dritten Erzählung erscheint der Dämon in bischöflicher Gestaltmit einem langen Zahne 30 , um sich mit dem Borja zu besprechen.Dieser wird daraufhin simonistisch gewählt und verübt in seinemPapsttume unzählige Schandtaten. Gelegentlich einer Prozessionaber erscheint ein Pilger mit hübschem Gesichte und schönenHaaren und ruft mit lauter Stimme:Papst Alexander, tue Buße,sonst wehe dir!" Der Papst will ihn ergreifen lassen, der Fremdeist den Blicken jedoch bereits entschwunden. Da sich dieser Vor-fall öfter wiederholt, so zieht der Papst seine Schuhe aus 31 ; aberwährend er die Messe feiert, taucht der Pilgrim neuerdings auf,und nun beschließt er, sich der Dirnen fortan zu enthalten 38 .

Diese Erzählungen Bettinis sind schon seltsam genug; aber dieschrecklichste ist die vierte. Der Papst feierte ihr zufolge denJahrestag seiner Erhebung, Rom erstrahlte im Glänze festlicherLampen, blitzend erdröhnten die ehernen Geschütze. Der Papstbegab sich in die Engelsburg, um alles besser zu sehen. Da er seineNachtmütze vergessen hatte, so beauftragte er einen seiner Käm-merer, sie zu holen. Wie nun dieser das päpstliche Gemach betrat,fand er darin Lichter angezündet und sah, wie jemand im päpst-lichen Gewände auf dem Throne saß. Er erschrak heftig, der