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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DASMYSTERIUM INIQUITATIS"

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zugelassene teuflische Heimsuchung zu erklären vermochten. Mankonnte es sich nicht anders denken, als daß der Satan selbst unmit-telbar seine Hand im Spiele gehabt haben müsse, wenn ein Borjaden Stuhl Petri bestieg, und man nahm an, dieser habe einen Ver-trag mit dem Teufel geschlossen und ihm als Preis für seinePapstwahl seine Seele verschrieben. Schon bei LebzeitenAlexanders VI. müssen solche Gerüchte im Umlaufe gewesen sein,sonst hätte nicht schon wenige Wochen nach seinem Tode vollstenErnstes erzählt werden können, er habe in seiner letzten KrankheitDinge gesprochen, als rede er irre, obschon er bei vollem Bewußt-sein war. Seine Worte aber seien gewesen:Ich komme, es istrichtig so, warte nur noch ein wenig", eine Äußerung, welchesich auf einen Vertrag Borjas mit dem Teufel bezogen habe,wonach ihm ein zwölfjähriges Papsttum mit einem Zuschüsse vonvier Tagen versprochen war 20 . Es wurde ferner versichert, siebenTeufel hätten sich im Augenblicke seines Verscheidens an seinemLager herumgetrieben 21 ; der Teufel sei als Affe aus dem Gemachegesprungen, ein Kardinal habe ihn fangen wollen, aber der Papsthabe es ihm mit den Worten verwehrt:Laß ihn, laß ihn, es istder Teufel!" In der folgenden Nacht aber sei er erkrankt und gestor-ben 22 . Man wollte auch wissen 23 , der Dämon sei in Gestalt eines Abteserschienen, um ihn zu holen,denn er sei sein"; und dann, wäh-rend er als Leiche in S. Peter lag, sei ein schrecklicher schwarzerHund in der Kirche herumgelaufen, so daß sich die dort hausendenEinsiedlerinnen (Murate) nicht mehr aufzuhalten vermochten 24 .Andere hinwiederum glaubten 25 , der Papst sei vom Teufel nachAblauf der ausbedungenen Zeit erdrosselt worden. Die Teufels-legende vom Faust und Don Juan, welche sich augenblick-lich an den Tod Alexanders ansetzte, drückte das Urteil der Zeit-genossen über das unheimliche Wesen des Borja und das Dämo-nisch-Teuflische an ihm in der Sprache jener Tage anschaulichaus 28 . Solcher Beliebtheit erfreute sie sich unter dem Volke, solebhaft beschäftigte sie seine Einbildungskraft, daß Lukas Bettinisie in seinem Nachtrage zu seiner Verteidigungsschrift in vier ver-schiedenen Fassungen vorzulegen vermochte 27 .Das hätte", be-merkt er,auf der florentinischen Synode zur Zeit Leos X. vor-gebracht werden sollen 28 ; da aber die Gegner, von Furcht gelähmt,ihr Vorhaben den Frate als Ketzer zu verdammen aufgaben,so brauchte man auch nicht mehr darauf zurückzukommen 29 ."

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