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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.
Vorwurf der Ketzerei zurückzuschlagen, welcher am Vorabendeder Synode von Florenz nachdrücklich wider den Frate erhobenward, um ihn für immer kirchlich zu ächten. Daher verfaßte er1516 seine von gründlicher kanonistischer wie scholastischer Ge-lehrsamkeit zeugende Schrift „Zur Verteidigung desBruders Hieronymus Savonarol a 17 ", worin er nichtnur die Anklage auf Ketzerei siegreich zurückwies, sondern auchdankenswerte Aufschlüsse über die angeblichen Geständnisse desFrate bei den peinlichen Verhören gab. In der Tat zog diedräuende Wetterwolke, welche sich über diesem zusammengeballthatte, glücklich vorüber. Weder auf der florentinischen Synodenoch auf dem Laterankonzile fiel der von den Gegnern so emsigvorbereitete, vernichtende Schlag 18 , — sei es nun, daß sich Justi-nian durch das warme Gutachten Gasparres, sowie durch dieSchriften der Dominikaner eines Besseren hatte belehren lassen,sei es, daß es die Medici selbst angesichts der Drohung der Pi-agnonen, im Falle eines feindseligen Vorgehens der Synode gegenihren Meister die peinliche Frage der Rechtmäßigkeit Alex-anders VI. aufzurollen, für geraten erachtet hatten, zur Vermei-dung aller ärgerlichen Enthüllungen die Savonarolafrage liebernicht auf die Tagesordnung zu setzen. Dieser unerwartete Erfolgwurde von den Verehrern wie von den Gegnern des Frate nichtzuletzt den Bemühungen Bettinis zugeschrieben, welcher, obschonerst achtundzwanzig Jahre alt, 1518 zum Generalvikare der Kon-gregation von S. Marco gewählt wurde. Die Wahl stieß jedochsofort auf entschiedensten Widerspruch gerade in der Kongrega-tion selbst und wurde vom Ordensgenerale Thomas de Viovon Gaeta, dem bekannten Kardinale C a j e t a n , unterBerufung auf seine Jugend sowie auf Grund einer Bestimmungverworfen, wonach Piagnonen zu wichtigen Ordensämtern über-haupt nicht zugelassen werden durften 19 . So kannte denn auchBettini keine Rücksicht mehr und schnellte in einer Nachschriftzu seiner Apologie des Frate den spitzigsten Pfeil wider die Gegnerab, indem er den Schleier von den gräßlichen Vorgängen beimEnde des Borjapapstes lüftete.
'Nicht erst für die Protestanten, sondern schon für zeitgenös-sische Katholiken, soweit sie nicht allen kirchlichen Glauben ein-gebüßt hatten, bedeutete das Papsttum eines solchen Scheusalsein „mysterium iniquitatis", welches sie sich nur als eine von Gott