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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER BEIFALL PICCOLOMINIS

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den Heiligen Stuhl herabsetzte, zur Gehorsamsverweigerung gegenden Papst und Mißachtung der kirchlichen Zensur aufforderte,ja in seinem Wahnwitze und obgleich als Exkommunizierter selbstschon dem Satan überantwortet, alle als Ketzer bezeichnete,welche ihn für (rechtmäßig und gültig) exkommuniziert hielten,da gab ich im Unwillen über diesen Irrtum ein Zwiegesprächheraus, einerseits, um die Eintracht und den Frieden des floren-tinischen Volkes nach besten Kräften zu fördern, andererseitsaber und hauptsächlich, um den rechten Glauben und die Ehredes Heiligen Stuhles pflichtgemäß zu verteidigen 30 . Eben war ichdaran, einige Abschriften anfertigen zu lassen, um das Werkchenden vielen, welche von dieser giftigen Pest angesteckt waren, zumLesen zu geben, als Hieronymus ergriffen, eingekerkert und zurStrafe für seine Gottlosigkeit bald darauf hingerichtet wurde. Soschien denn all meine Mühe verloren zu sein, ich gab das Schrift-chen daher bis jetzt auch nicht recht vielen zum Lesen; verstaubtund vernachlässigt lag es bisher im Winkel. Endlich entschloß ichmich, es Dir zu widmen, einem Prälaten, welcher sich wie durchseine hervorragende Gelehrsamkeit, so durch seinen heiligenWandel stets als starke Kirchensäule bewährte. Findest Du, daßich an der Hand der göttlichen Zeugnisse der Ausbreitung desgiftigen Irrtums einigen Abbruch tat, so schreibe alles der himm-lischen Güte auf Rechnung; was Du für verbesserungswürdighältst, das stelle nach Deinem reifen Urteile richtig; denn in vielemfehlen wir alle." Delfin brannte vor Ungeduld, Näheres über dieAufnahme seiner Schrift durch den Kardinal zu erfahren 31 , undals er dann endlich Gewißheit hatte 32 , daß sich dieser aufsschmeichelhafteste darüber geäußert und sogar in GegenwartAlexanders VI. in den höchsten Löbsprüchen von ihr geredethabe, da schwamm er natürlich in Wonne. Er zweifelte nicht,der Kardinal habe dies in seiner ausnehmenden Klugheit zu demZwecke getan, dem Orden des hl. Romuald die besondere Hulddes Papstes zu sichern 33 , und war daher sorgsam bedacht, alleszu vermeiden, was diese gefährden konnte. Als nun der MönchPaul Orlandini des Engelklosters in Predigten zu St.Ambroszu Florenz das römische Hofleben zu geißeln wagte, schrieb ihmder General sofort 34 , niemals werde er dulden, daß jemand denPapst öffentlichwie einst ein anderer" schmähe, Paul habe alsonur die Wahl, vom Stellvertreter Christi entweder ehrerbietig zu