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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DAS ZWIEGESPRÄCH

I

sprechen oder seine Predigten einzustellen. Wie Piccolomini, sospendete Morosini den Zwiegesprächen seinen vollen Beifall;nichts könne gerade in Etrurien, das so völlig frateschisch ver-seucht sei, größeren Nutzen stiften 34 ". Delfin hatte es dem KardinalPiccolomini anheimstellen lassen, die Schrift nach Belieben anandere weiterzugeben 35 , und nahm an, dieser werde danach ge-handelt haben. Als er nun mit dem damaligen Mitgliede der Rotaund späteren Kardinale Anton de Monte in Meinungsver-schiedenheit wegen einer Commende geraten und von diesem andie Pflicht des Gehorsams gegen den Heiligen Stuhl erinnert wor-den war 38 , da verwies er nachdrücklich auf sein Werkchen gegenden Ferraresen, worin er sich eben über diese Pflicht und über dieMacht und Gewalt des Papstes in einer Weise verbreitet habe, daßman den Vorwurf, als wolle er sich demChristus des Herrn"widersetzen, gegen ihn wahrlich nicht erheben könne 37 . Jakobvon Brescia, der Delfins Briefe drucken ließ, hatte dieAbsicht geäußert 38 , wie seine Ansprachen an verschiedene Päpsteund die Inhaltsangaben der ciceronianischen Reden, so auch seinZwiegespräch gegen einen Rebellen der Kirche" herauszugeben.tat es dann aber sowenig, wie später die Mauriner und dieAnnalisten des Ordens. So ist uns das Schriftchen nur hand-schriftlich überliefert 38 , in einer Abschrift, die sich ehedem imBesitze Marino Sanutos, des bekannten venezianischenGeschichtschreibers, befand 40 .

Delfin bemerkte, wie wir soeben sahen, gelegentlich selbst, dasZwiegespräch ruhe verstaubt und vernachlässigt im Winkel, auswelchem er es dann selbst hervorzuholen für gut fand. Es wärebesser gewesen, er hätte es dem Moder und der Vergessenheitüberlassen, nicht so fast um Savonarolas willen, dem es nichtsanzuhaben vermochte, wohl aber um seines eigenen Andenkenswillen. Offenbart es doch, wie schon seine späteren Briefe überdiesen, eine Oberflächlichkeit des Urteils und eine Gehässigkeit derGesinnung, die es den giftigsten Streitschriften gegen den Ferra-resen würdig an die Seite reiht 41 und Charakter wie Christentumdes Verfassers nicht in rosigstem Lichte erscheinen läßt. In dieleidenschaftlichen Streitigkeiten, welche noch bei Lebzeiten desOberen von S. Marco tobten, vermochte es zwar nicht mehr ein-zugreifen; aber es verrät uns den Geist, in welchem der General,der, seinem eigenen Geständnisse zufolge, gerade in den kritisch-