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DAS ZWIEGESPRÄCH
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Delfin war mit seinem Schriftchen kaum zu Ende, als sich die Er-eignisse überstürzten. Die Herausforderung zur Feuerprobe durchdie mit den Arrabbiaten verbündeten Franziskaner, ihre geflissent-liche Vereitelung durch die arrabbiate Signorie, die EroberungS. Marcos, die Einkerkerung des Frate, seine peinlichen Verhörewie angeblichen Geständnisse und endlich die Hinrichtung — daswaren Vorgänge, welche die Gemüter in atemloser Spannung er-hielten und alles andere weit in den Hintergrund drängten. Delfinkam mit seinen Zwiegesprächen zu spät. Aber er war nicht derMann, sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Der erste, der siezu sehen und zu lesen bekam, war Freund BernhardinGadolo, der neue Prior des Engelklosters, dem sie wie von derSeele geschrieben schienen. Sofort erhielt er den Auftrag, sie auchdem ehrwürdigen Propste B o s s i von Allerheiligen sowie demhochachtbaren Bürger Peter degli Alberti zum Lesen zugeben; wenn sie seine, Bernhardins, Auffassung darüber teilten,so möge er sie nach Belieben auch anderen zeigen 25 . Er selbst lieheigenhändige Abschriften von ihnen dem späteren lebensläng-lichen Bannerherrn Peter Soderini und dem KanonikusAnton Pucci, erhielt sie dann aber zu seinem Leidwesennicht mehr zurück 26 . Selbstverständlich übersandte er sie auchdem Bischöfe B a r o z z i, schon um ihn davon zu überzeugen,daß er mit ihm in der grundsätzlichen Mißbilligung politischerTätigkeit Geistlicher ganz einer Meinung sei 27 . Ebenso überreichteer sie um dieselbe Zeit, in seiner Vaterstadt wegen seiner miß-lungenen Friedensvermittlung in Ungnade gefallen und des ge-heimen Einverständnisses mit den Florentinern bezüchtigt, seinemVetter DominikusMorosini, einem achtzigjährigen Greise,zum Beweise, daß ihm alle Verstellung wie alles Haschen nachVolksgunst fremd sei und wie einst dem Apostel nur das eine amHerzen liege, Griechen und Barbaren, Weisen und Unweisen zudienen (Rom. 1, 14) 28 . Verhältnismäßig spät, nämlich erst zu Beginn des Jahres 1499, legte er die Schrift auch seinem alten Gön-ner, dem Kardinalprotektor Piccolomini, vor, mit einemBegleitschreiben, welches über die näheren Umstände ihrer Ent-stehung dankenswerte Aufschlüsse erteilte. „Als ich nämlich",berichtet der Verfasser 29 , „in der verflossenen Fastenzeit nachFlorenz kam und die ganze Stadt in hellem Zwiespalte um desFerraresen willen antraf, welcher hier eine neue Lehre einführte,