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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DELFIN UND SAVONAROLA

um so leichter zu retten vermochte 45 , je klarer die Piagnonenunter den Mönchen die Aussichtslosigkeit ihres Anschlusses anS. Marco erkannten.

Sowenig wie über die Kinderpolizei und Kinderprozessionenhielt sich Delfin über die Verbrennung der Eitelkeiten auf, welcheder Frate am Faschingsdienstage 1497 vornahm. Hatte doch auchBernhardin von Feltre gelegentlich seiner Wander-predigten in verschiedenen italienischen Städten, so in Bologna,Ravenna, Feltre und Padua, solche Verbrennungen veranstaltet,bei welchen er die schönsten Gemälde oder Kunstsachen unzüch-tiger Art nicht schonte 46 .Was in Florenz geschah, um das Volkvon dem unehrbaren Faschingsgetriebe abzulenken und zu einemheiligen Leben zu entflammen, findet ganz meinen Beifall", schriebder General an Guido, den Engelprior 47 .Die Verbrennungweiblicher Schmuckgegenstände und sonstiger auf unziemlichesSpiel bezüglicher Dinge ist ein Zeichen offener Weltverachtung.,Feuer kam ich auf die Erde zu bringen, und ich will, daß esbrenne', spricht der Herr (Luk. 12, 49). Stets möge die Flammeder Liebe lodern, welche die Menge der Sünden bedeckt. DieSorge um die Ernährung des Volkes ist nur zu loben." Herrschtedoch eben damals in Florenz wie überhaupt in ganz Toskanaeine grimmige Hungersnot, welche zahlreiche Opfer forderte undsogar ehedem vermögliche Leute zum Betteln von Tür zu Türzwang 48 . Wiederholt kam es zu stürmischen Hungerkrawallen,und alles atmete erleichtert auf, als in Livorno zwei mit Getreidebeladene Schiffe einliefen 49 . Da sich nun gerade die Anhängerdes Frate durch ihre Mildtätigkeit auszeichneten und dieser so-eben eine Schwenkung, wenn auch nicht zugunsten der Liga, sodoch gegen den französischen König vorgenommen zu habenschien 50 , so hielt der General mit seiner Bewunderung für dengroßen Prediger,einen Mann von solchem Ansehen, von solchemEinfluß und von solchem Ruhm", nicht mehr zurück.DerFrate", schrieb er an B a r o z z i 51 ,behauptet sich immer noch,mögen gleich manche mit seinem baldigen Falle rechnen. Eineriesige Last hat er sich aufgeladen; vermag er ihr mit unermüd-licher Kraft und furchtlosem Mute standzuhalten, so erscheintdies mir sowohl wie allen anderen als wahres Wunder. Denn esist nichts Geringes, vielmehr etwas äußerst Seltenes, daß ein arm-seliger Klosterbruder in Wort und Werk eine solche Macht über