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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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261
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DER BANN

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das Volk ausübt, um so viele hervorragende Geister nach seinemSinne zu lenken und ein so bedeutendes Gemeinwesen heutiges-tags allein zu beherrschen."

Da der Frate den ihm im Breve vom 7. November 1496 unterStrafe des im Falle der Weigerung von selbst eintretenden Kir-chenbannes aufgetragenen Anschluß S. Marcos an die neu errich-tete tuszisch-römische Kongregation nicht vollzog, so war er inden angedrohten Bann bereits verstrickt und brauchte, strengegenommen, nicht noch eigens mit ihm belegt zu werden. DerPapst ließ sich denn auch zur feierlichen Verhängimg der Exkom-munikation nicht gleich herbei, gab jedoch schließlich nach, vondrei Seiten unaufhörlich bestürmt: von den Ligamächten, zuwelchen er selbst gehörte, besonders von den Venezianern, so-dann von den Arrabbiaten in Florenz und endlich von FranzM e i, dem Prokurator des Dominikanerordens, dem eigentlichenUrheber der eben erwähnten Kongregation. Damit war für Delfindie Stellung von selbst gegeben, welche er dem Banne und demGebannten gegenüber einzunehmen hatte. Sein Platz konnte nurim Lager der Ligisten und Arrabbiaten sein, die, aufs engste ver-brüdert, mit dem Banne aus verschiedenen Gründen den gleichenZweck verfolgten: den Sturz des Frate. Wie die Ligisten und Arrab-biaten, so mußte daher auch Delfin für die grundsätzliche Gültig-keit wie praktische Durchführung des Bannes eintreten, welchen ersehr bemerkenswerterweise immer wieder von der Weigerung desFrate ableitete, einer päpstlichen Vorladung nach Rom zu entspre-chen. Offenbar lag ihm und seinen politischen Freunden allesdaran, daß der Frate die Stadt verließ, sei es freiwillig, aus Ge-horsam gegen den Papst, sei es unfreiwillig, durch den Unwillendes Volkes vertrieben; hätten sich nur erst einmal die Toreder Stadt hinter ihm geschlossen, die Arrabbiaten hätten ihm dieRückkehr gründlich verleidet. Delfin konnte es gar nicht fassen,daß der Ferrarese es wagte, einem päpstlichen Befehle zu trotzen,welcher in Wirklichkeit schon 1495 ergangen, inzwischen aberdurch die Ereignisse längst überholt war. Dem Stellvertreter Christiauf Erden Widerstand zu leisten und sich seinen Geboten nicht zubeugen, achtete er dem Verbrechen des Götzendienstes gleich;wenn er (der Frate) mir in den Weg käme," schrieb er an denPrior der Engel 52 ,so würde ich ihm den Gruß verweigern, wieich denn überhaupt mit ihm nichts zu tun haben will." Doch

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