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DELFIN UND SAVONAROLA
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nicht in die Liga gegen Karl VIII. eingetreten; kaum war jedochdiese geschlossen und Savonarolas ablehnende Stellung zu ihrbekannt, als die Gesinnung der Venezianer gegen ihn auffälligumschlug. Zwar schrieb Delfin noch im September 1495 anB a r o z z i : „Diese Tage wurde zu Florenz ein Schriftchen desPredigers und Propheten Hieronymus in 1500 Stücken gedruckt 14 .Es wurde mir zum Geschenke gemacht, und ich glaube es nunDir übersenden zu sollen. Der Mann entfaltete unter dem floren-tinischen Volke eine sehr segensreiche Wirksamkeit, predigend,warnend, mahnend und weissagend. Wie nun aber seine Weis-sagungen hier von der Menge aufgenommen weiden, wie sehr dieMeinung und das Urteil über ihn im Volke auseinandergeht, daslehrt die Schrift selbst aufs deutlichste, worin er auch die Ein-wände zu entkräften und seine Prophetie und Gesichte zu recht-fertigen sucht. Aber siehe selbst zu, urteile und schreibe mirhierüber; denn ich möchte wissen, was Du davon hältst 16 ." Alssich nun Barozzi über die Schrift und ihren Verfasser abfälliggeäußert hatte, da beeilte sich Delfin, zu versichern 18 , mit demManne niemals irgendwelche Gemeinschaft gepflogen noch je ge-sprochen, ihn kaum gesehen, sich in Gesprächen über ihn stetsder größten Zurückhaltung befleißigt und den prophetischen Cha-rakter seiner Sendung stets von der Erfüllung seiner Weis-sagungen abhängig gemacht zu haben. So gern sich jedoch Delfindas in seinen Augen so gewichtige Urteil Barozzis zu eigenmachte 17 , so stellte er ehrlicherweise doch auch die Haltlosigkeitdes diesem zu Ohren gedrungenen Gerüchtes fest, als trachte derFrate nach dem Erzbistume von Florenz. Der Dominikaner,schrieb er dem Freunde 18 , mag ein Lügenprophet und ein schein-heiliger Heuchler sein, ein Verdacht, welchem er in Florenz nichtganz entronnen ist; ein Tor ist er sicherlich nicht, darüber herrschtnur eine einzige Stimme. Hätte er nur im geringsten die Giernach Würden bekundet, so würde er sich niemals in dem hohenAnsehen behauptet haben, in welchem er beim Volke steht, zumalda er mehr als die übrigen Prediger die ehrsüchtigen Streberunter den Geistlichen und Mönchen aufs Korn nimmt. Seit Jahrenstellt er den Florentinern glückliche Zeiten in Aussicht, unter derBedingung jedoch, daß sie zuvor viel Übles, namentlich aber denVerlust eines großen Teiles ihrer Besitzungen, zu bestehen haben.Gälte er nicht als Prediger der Wahrheit, sondern als ehrgeiziger