LOBSPRÜCHE
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Übles vorherzusagen, „darunter einer, durch seinen Wandel undseine Gelehrsamkeit ganz besonders ausgezeichnet", deutlichgenug auf ihn angespielt. Das glänzendste Zeugnis aber stellte erihm in einem Briefe an Bischof B a r o z z i aus 7 , worin er dieBeliebtheit und Freimütigkeit seiner Predigt sowie die Makel-losigkeit und Heiligkeit seines Lebens rühmte und ausdrücklichhervorhob, all die schweren Heimsuchungen, welche nunmehrmit dem Anmärsche Karls VIII. bevorstünden, seien von ihm dieletzten drei Jahre vorhergesagt worden. Die ganze Bürgerschafthänge an ihm und habe ihn nunmehr als ihre letzte Zuflucht mitvier anderen Bürgern ins Lager des Königs abgeordnet 8 , in derHoffnung, er werde durch seine Fürsprache von der Stadt dasSchrecklichste abwenden. Bald glaubte Deliin allerdings Grund zuhaben, sich über Beeinträchtigung seiner Amtsgewalt durch denFrate zu beschweren; denn als er Ende 1494 im Auftrage desKardinalprotektors daran ging, das Engelkloster zu visitieren,wandten sich, wie es scheint, einige Insassen des Klosters an denOberen von S. Marco, um ihn zum Einschreiten gegen den Generalzu veranlassen. Mit Recht verbat sich dieser in einem Schreibenan Savonarola jede Einmischung in seine Wirksamkeit 9 , konntesich jedoch sofort überzeugen, daß der Frate eine solche über-haupt niemals beabsichtigt habe, worauf er sich in einem aus-führlichen Briefe über die geringe Zucht des Engelklosters ent-schuldigte und sein Bedauern aussprach 10 , durch die Verhältnissegezwungen zu sein, auch mit unwürdigen Ordensgenossen zu ver-kehren. Die warmen Lobsprüche, welche Delfin „den neuenNiniviten" ob ihres so rühmlichen Bußeifers anläßlich der An-kunft Karls VIII. spendete 11 , fielen von selbst auf den Frate als„den neuen Jonas" zurück, auf dessen Predigt diese Umkehrerfolgte. Der General nennt ihn allerdings nicht bei Namen 12 ,sondern läßt ihn unter „den frommen Ordensmännern" ver-schwinden, deren Mahnungen die Buße bewirkten, wie er auchdie von den florentinischen Schriftstellern einhellig anerkanntenVerdienste mit keinem Worte erwähnt, welche sich der Ferraresewährend der Anwesenheit des französischen Heeres um die Sicher-heit der durch eine Plünderung schwer bedrohten Stadt erworbenhatte 13 .
Zu der Zeit, als sich der General in der erwähnten anerkennen-den Weise über den Frate aussprach, waren die Venezianer noch