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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DIE MORGENLÄNDISCHEN CHRISTEN

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n i t e n und endlich die Griechen kommen alle darin überein,daß sie den Papst nicht als das Oberhaupt der Christenheit undin Petrus nicht den Apostelfürsten, sondern nur einen aus derSchar seiner Genossen anerkennen, weshalb sie ihre Kirchen,welche sie auf Jakob, Bartholomäus und andere Apostel zurück-führen, als der römischen ganz ebenbürtig, nicht aber unter-geordnet betrachten. Es wäre nun sicher nicht schwer, dieseLeute für die Kirche zu gewinnen, da sie, wie ich mich persön-lich zu überzeugen Gelegenheit hatte, von solcher natürlicherHerzensgüte und von solchem Glaubenseifer erfüllt sind, daß wirEuropäer uns schämen müssen, wenn wir gewahren, mit welcherEhrfurcht sie die hl. Namen aussprechen und die hl. Orte be-handeln, eine Wahrnehmung, welche mir öfter den Ausrufentlockte:Das sind wirkliche Christen, während wir halbeHeiden sind!" Nur die Griechen sind der Belehrung und Be-kehrung weniger zugänglich, sondern legen eine Hartnäckigkeit,einen Trotz und eine Unwissenheit an den Tag, welche schwerzu überwinden sind. Bezeichnen sie doch den Papst und alleihm ergebenen Völker als schlechte Christen und Ketzer und ver-langen in Gegenden, wo Griechen und Lateiner zusammen-wohnen, vom griechischen Teile, der sich mit einem lateinischenverheiratet, den Schwur, ihrem griechischen Glauben treu zubleiben. Erhalten solche Eheleute Kinder, so trägt der grie-chische Gatte sie ohne Wissen des lateinischen zum griechischenPriester, der lateinische macht es ähnlich, so daß es nicht seltenvorkommt, daß die Kinder zweimal getauft werden. Wie großder Haß der Griechen gegen die Lateiner ist, davon macht sichniemand einen Begriff, der die griechischen Länder nicht selbstgesehen hat, und dieser Haß nimmt immer noch zu, da sich dieUnwissenheit der Laien und die Frechheit der Geistlichen dieWagschale hält. Der Grieche verabscheut den Lateiner geradezuund beschimpft ihn als Heiden und Zöllner, kein Grieche benützteinen Altar, auf welchem zuvor ein Lateiner Gottesdienst gefeierthat, ohne ihn zuvor einer gründlichen Säuberung zu unterziehen.Die griechischen Priester leiden nun aber zugleich an bittererArmut und sind vollständig auf die Unterstützung der Gläubigenangewiesen, welche ihnen um so reichlicher zufließt, je heftigersie gegen die römische Kirche losziehen. Dem wäre nun aber inder Weise abzuhelfen, daß man die Unwissenheit des Volkes