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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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QUIRIN UND DIE KIRCHENREFORM

mächtigsten, die Türken, welche jeder Bekehrung unzugänglichsind. Ist dann der Hauptfeind erledigt, so wird es ein Leichtes sein.den Rest der Ungläubigen entweder zu bekehren oder ebensovollends aufzureiben und auch mit den Arabern sowie mit denafrikanischen Küstenherrschern aufzuräumen. Sobald das tür-kische Reich gestürzt ist, ist es mit der Herrschaft der Ungläu-bigen vorbei; die Türkei aber läßt sich stürzen, sobald die christ-lichen Fürsten zusammenhalten. Schon die italienischen reichtendazu aus, und erst recht wäre der Sieg unser, wenn der Papstauch die französischen, deutschen, spanischen, englischen, unga-rischen und schweizerischen Streitkräfte aufböte. Die Möncheallein könnten viele Tausende tapferer Truppen stellen; Männerund Frauen aber, welche nicht selbst mitstreiten, könnten denHeiligen Krieg durch Geldmittel unterstützen. Auf dem Balkanwürden aus Haß gegen die Türken Hunderttausende in Waffenherbeiströmen, sobald sich nur erst einmal ein christliches Heerdaselbst zeigte, und in seinem Bruder Julian hätte der Papstden geborenen Feldherrn, in seinem Vetter Julius denfrömmsten und klügsten Berater an der Seite.

4. Ist nun aber durch Vernichtung der türkischen Macht dieScheidewand eingerissen, welche uns von unseren afrikanischenund asiatischen Glaubensbrüdern trennt, so gilt es, nun auch siein den Schoß der römischen Kirche zurückzuführen. Denn alle,welche von der katholischen Kirche nur im geringsten abweichen,sind der ewigen Verdammnis verfallen, wie auch der Papst selbstin der größten Gefahr der Verdammung schwebt, wenn er sichum diese getrennten Glieder nicht kümmert. Dem Kirchenstaatedie entrissenen Besitzungen zurückzuerobern, ist ja gewiß schönund löblich, nur darf der Papst hierin nicht aufgehen unddas Heil der Seelen darob nicht vernachlässigen, denn dafürist er da, nicht zur Eroberung fremder Staaten und Schätze.Die morgenländischen Christen spalten sich nun aber in siebenNationen, welche ich, Paul Justinian, zwar nicht persön-lich bereiste, aber bei meinem Aufenthalte im Heiligen Landekennenlernte, wo Vertreter von ihnen teils in Jerusalem selbst,teils in der Umgebung ansässig sind. Diese sieben Völker, näm-lich die Abessinier unter ihrem Fürsten JohannesPresbyter, die Jakobiten, die Armenier, schöne,sehr religiöse Leute, die Georgier, die Syrer, die Maro-