DIE BEKEHRUNG DER UNGLÄUBIGEN
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gottlose Ketzerei ist nun vor allem die schändliche ReligionMohammeds anzusehen, welcher vor fast tausend Jahren, vomTeufel erweckt, den Islam mit Waffengewalt ausbreitete und sichmit seinem Anhange zwischen die europäische und afrikanisch-asiatische Christenheit wie ein Keil einschob, so daß die nun aus-einander gerissenen Teile keine Fühlung miteinander mehrhaben. Es ist daher des Papstes wichtigste und oberste Pflicht,den Erbfeind der Christenheit zu vertilgen, und er kann es, ob-schon Gott es zuließ, daß sich frühere Päpste — Quirin hatwieder Julius II. im Auge — ihrer ganzen Macht nicht vollbewußt waren, auf daß sie nicht noch heftiger wie wilde Tieregegen ihre eigene Herde wüteten. Hätten Deine Vorgänger,o Heiliger Vater, ihre Macht lediglich zur Versöhnung der christ-lichen Fürsten gebraucht und all das viele Blut und Gold,welches sie zur Verteidigung eines geringen Teiles Italiens auf-wendeten, gegen die Ungläubigen aufgeboten, so wäre das HeiligeGrab nicht mehr in der Gewalt dieser letzteren und das Christen-tum nicht das Gespötte der Welt. Der Heilige Krieg kann abergetrost unternommen werden, da die Ungläubigen unter sichuneins sind und in verschiedene Völker zerfallen. Da sind dieTürken unter dem Herrscherhause der Ottomanen, sodann dieMohren, die Untertanen des Sultans, ferner die Araber oderRekabiten, ein wildes Volk, welches weder Städte noch Häuserkennt, sondern in Zelten haust und von Raub und Plünderunglebt, endlich die Perser, an ihrer Spitze S o p h i 9 , ein jungerMann voll Weisheit und kriegerischer Erfolge, ausgesprochenerChristenfreund und ebenso erklärter Feind der Mohammedaner.Was hindert nun, diesen mächtigen Herrscher, welcher offen er-klärte, er sei mehr Christ als Mohammedaner, zur Bekehrung ein-zuladen und durch weise Männer im Christentume zu unter-weisen? Selbst wenn er sich nicht bekehrt, so müßten wir unsdoch mit ihm vereinigen, um so den gemeinsamen türkischenTodfeind von zwei Seiten zugleich anzugreifen. Sogar eineMissionierung des Sultans und der Mohren wäre nicht aussichts-los, da sie die Gerechtigkeit gewissenhaft pflegen und die höchsteMeinung von Christus hegen, in welchem sie den Hauch Gottesund den Sohn der Jungfrau verehren. Jedenfalls dürfte man denKampf nicht zugleich gegen die Ungläubigen insgesamt auf-nehmen, sondern zunächst nur gegen die gefährlichsten und