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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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PIUS III., JULIUS II., LEO X.

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Piccolominis als Pius III. auf den Stuhl Petri erhielt, dakannte seine Freude keine Grenzen 31 . Unverweilt richtete er einherzliches Glückwunschschreiben 35 an seinen alten Gönner, woriner seiner lebhaften Befriedigung Ausdruck verlieh, daß derChristenheit nunmehr ein Oberhirte,heilig, schuldlos, unbeflecktund ausgeschieden von den Sündern" (Hebr. 7, 26), gegeben sei,worüber sich die Welt, nachdem sie so lange in der Finsternisgeschmachtet habe, unendlich freue, der allgemeinen Zuversichtvoll, die gänzlich entartete christliche Religion werde nun baldin alter Schönheit erstrahlen. Schon war er im Begriffe, nachRom zu eilen, um Pius III. persönlich seine Huldigung darzu-bringen, als die Todeskunde eintraf, die ihn vollständig nieder-schmetterte 36 . Mit gemischten Gefühlen nahm er die Wahl J u-1 i u s II. auf, so dankbar er ihm für die Ernennung des KardinalsSoderini zum Ordensprotektor war, da er zur Familie So-derini und besonders zu Peter längst freundschaftliche Be-ziehungen unterhielt und auch den Kardinal noch das Jahr zuvorin Camaldoli als Gast hatte begrüßen dürfen 37 . Er begab sichnach Rom, um dem neuen Papste seine Aufwartung zu machenund seine Pläne zur Ordensreform zu unterbreiten. Nicht ohneHerzklopfen nahte er ihm, zum Himmel flehend, der HeiligeVater möge sich gewinnen und erbitten lassen 38 . Die Hoffnungerfüllte sich nicht, Julius II. zeigte sich der vom General beab-sichtigten Reform nicht gewogen 39 , ein Umstand, der diesen imVereine mit dem vom Papste gegen Venedig geführten Krieg sokühl stimmte, daß er seine Freude über die Genesung Roveresaus schwerer Krankheit mit der bezeichnenden Versicherung zubekräftigen für nötig fand, es sei gewiß wahr 40 . Zwar verkannteer nicht, Julius IL kämpfe die Kämpfe Gottes zur Wahrung derkirchlichen Freiheit, er vermochte auch seine Bewunderung fürseine großartigen Erfolge und Pläne nicht zu unterdrücken 41 ;aber ein Wort des Bedauerns über sein Hinscheiden hatte ernicht 42 .

Ein Fest- und Freudentag erster Ordnung war für Delfmwieder die Thronbesteigung Leos X., welchen er ja einst nachRom geleitet und seither in guten wie schlimmen Tagen stets alswarmen Gönner erprobt hatte. So begrüßte er in ihm einenneuen Pius III., den Papst nach seinem Herzen 43 , und sprach demKardinale Soderini, der in Florenz allgemein als der Haupt-