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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DIE FRANZOSEN IN FLORENZ

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die Stadt wie verwandelt an. Trotziges Schweigen lag auf allenGesichtern, die Stille vor dem Sturme, welcher schon in den näch-sten Tagen ihn und die Seinigen hinwegfegen sollte.

Delfin, ohnehin entschlossen, dem rauhen Winter der heiligenEinsiedelei in der milderen Luft der Blumenstadt zu entrinnen,sah sich an diese überdies durch die Rücksicht auf den Ordens-proteklor gefesselt, welcher vom Papste zum Kardinallegaten mitder undankbaren Aufgabe einer Gesandtschaft an Karl VIII.betraut worden war 11 und bei dieser Gelegenheit auch nach Flo-renz kommen wollte. Delfin wünschte ihm zunächst brieflichbesten Erfolg und hatte die Freude, von Piccolomini, deram 29. Oktober in Florenz eintraf und mit den gebührenden Ehrenempfangen wurde, mit einer langen Unterredung ausgezeichnetzu werden, in welcher der Legat kein Hehl daraus machte, wieungern er die ihm übertragene, ebenso gefahrvolle wie schwierige,ja aussichtslose Sendung übernommen habe, die zudem nunmehrdurch den Abfall der Florentiner von Neapel noch erschwert wor-den sei 12 . Der Legat verließ Florenz am Allerheiligenfeste, umsich nach Lucca zu begeben und da auf den König zu warten,an dessen Seite er dann nach Florenz zurückzukehren hoffte. DaDelfin damit rechnete, Piccolomini werde bei ihm im florentini-schen Camaldoli Quartier nehmen, so sah er sich, so nötig auchseine Anwesenheit in Fontebuona gewesen wäre, zur Verlängerungseines Aufenthaltes in der Hauptstadt gezwungen 18 und wurde soZeuge der großen Ereignisse, welche sich im November 1494 hierabspielten der Vertreibung der Medici und des Einzuges desfranzösischen Heeres. Die Flucht Peters und seiner Brüder,Johannes, des Kardinals, und Julians, schilderte der General imvollen Einklänge mit den gleichzeitigen Berichten in einem langenSchreiben an Abt Ventura von S. Michael ebenso aus-führlich wie anschaulich, dem er zugleich ein lebhaftes Bild vomglänzenden Einmärsche der Franzosen in Florenz entwarf 14 . Gleichzahllosen Zeitgenossen änderte jedoch Delfin unter dem tiefenEindrucke der bitteren Erfahrungen, welche man mit den frem-den Truppen gemacht hatte, seine anfänglich nicht ungünstigeMeinung.Die Franzosen", schrieb er an Piccolomini 16 ,legendem Vernehmen nach eine Unmenschlichkeit, Grausamkeit undRoheit an den Tag, welche alle Vorstellungen weit hinter sichläßt. Als Freunde aufgenommen, wüten sie allenthalben gleich