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DELFIN UND DIE POLITIK
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und Meinung zu verschließen, nicht aus bloßer Gier nach Goldund Silber, sondern auf göttliche Fügung nahe das französischeHeer, und nicht zum Untergange, sondern zur Auferstehung vie-ler werde seine Ankunft gereichen. Sei doch nicht anzunehmen,daß sich der König, der zu Hause das behaglichste Leben führenkönnte, in einen so gefährlichen Krieg stürzte und einen so be-schwerlichen Marsch über reißende Ströme, hohe Berge und eisigeSchneefelder anträte, wenn er nicht einer höheren Weisung ge-horchte*. Und war nicht zu befürchten, daß am Ende einer derstreitenden Teile gar die Türken ins Land rufe, so daß die letztenDinge schlimmer würden als die ersten 5 ? Die Venezianer hättensich dem französischen Abenteuer mit einem gebieterischen: Halt!in den Weg stellen können; aller Augen waren erwartungsvollund hilfeheischend auf sie gerichtet. Sie aber „standen mit weil-geöffneten Augen und einer Menge von Leuten abseits 0 " undrührten keine Hand, was ihnen, wie Delfin selbst bemerkte 7 , viel-fach unwilligen Tadel; aber auch den Ruhm besonderer Klugheiteintrug. Um so leidenschaftlichere Aufregung herrschte in Florenz,das sich durch Karl VIII. unmittelbar aufs schwerste gefährdetsah. Karl zürnte mit gutem Grunde; denn die Blumenstadt, ehe-dem stets Frankreichs treueste Freundin, hatte unter der Füh-rung Peter Medicis wider den Stachel zu locken gewagt unddem Könige die wiederholt erbetene Unterstützung versagt. Alsdann das Unglaubliche zur bitteren Wahrheit geworden war unddas feindliche Heer näher und näher rückte, da machte der SohnLorenzos aus der Not eine Tugend und schloß mit Karl um denhohen Preis der wichtigsten florentinischen Festen — Sarzana,Sarzanello, Librafatta, Pietrasanta, der Zitadelle von Pisa und desHafens von Livorno — Frieden und Freundschaft 8 . Auf die Kundehiervon bemächtigte sich in Florenz, wie Delfin mitteilt 0 , lähmen-des Entsetzen aller Gemüter. Eine unbeschreibliche Erbitterunggegen Peter machte sich Luft, Beschimpfungen und Verwün-schungen gröblichster Art wurden überall ungescheut gegen ihngeäußert. Aus Furcht vor feindlicher Plünderung brachte manalles, was man an wertvollem Hausrat besaß, in Klöstern unter,wo man auch die Mädchen barg, — es war, schreibt Delfin 10 , dersolche Befürchtungen für unbegründet hielt, — als stehe der Stadtdie Eroberung durch Barbaren in Aussicht. Am 8. November ausdem französischen Lager nach Florenz zurückgekehrt, traf Peter