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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
Entstehung
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DIE BRIEFE

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die alle in tadellosem Zustande auf uns kamen, war er dazu wiegeboren, für die späteren Jahrhunderte ein Berichterstatter erstenRanges, eine unerschöpfliche Fundgrube und Quelle wertvollerNachrichten über die führenden kirchlichen Persönlichkeiten undwichtigsten Geschehnisse jener verhängnisvollen Zeit vom Schlageseines Landsmannes und Verehrers Marino Sanuto zu wer-den. Nehmen wir nun die Druckausgabe seiner Briefe vom Jahre1524 und ihre Ergänzung durch die Mauräner zur Hand welcheEnttäuschung! Von allgemeinen kirchen- und weltgeschichtlichenBegebenheiten erfahren wir aus ihnen, etwa den Eroberungszugdes französischen Königs Karl VIII. und das tragische GeschickSavonarolas ausgenommen, äußerst wenig. Ordens- und Kloster-händel auf Schritt und Tritt, das ist alles! Fast eintausendund-fünfhundert Briefe von ihm liegen gedruckt vor uns und dochwäre der Forscher übel beraten, der sich verleiten ließe, aufihnen auch nur die Lebensgeschichte Delfins selbst oder seinesOrdens aufzubauen; überall würde er Lücken entdecken, diewichtigsten Urkunden vermissen und ein ganz falsches und ein-seitiges Bild vom Gange der Dinge gewinnen. Wie sehr ginge, umnur ein Beispiel zu nennen, der in die Irre, der sich in der Frageseiner Absetzung auf seine durch und durch cum ira et studiogeschriebene Darstellung in den großen Briefen an Jakob vonB r e s c i a und Euseb Prioli verlassen wollte, ohne auchdie ungedruckten Schreiben beizuziehen, welche uns eine Nach-prüfung und Berichtigung jener leidenschaftlichen Darstellungermöglichen. In der Tat ergänzen die zweitausendundfünfhundertBriefe, welche in den dicken Bänden von Florenz und Venedigschlummern, allenthalben die fehlenden Glieder des Druckes undstellen die festgeschlossene Kette der Geschichte des GeneralatsDelfins und des Ordens seiner Zeit her. Die Ausbeute aber, welchesie darüber hinaus über die zeitgeschichtlichen Ereignisse ge-währen, ist so dürftig wie möglich. Wohl versichern die Mauri-ner 28 , Delfin berühre in seinen Briefen verschiedenes über diePäpste seiner Zeit, was sich sonst nirgends finde; sie hüten sichaber, Belege zu erbringen, und schränken ihre Behauptung sofortauf die ganz richtige Angabe ein, er handle hauptsächlich vonden Angelegenheiten seines Ordens. Wer etwa hofft, über diedunklen Vorgänge im Leben der B o r j a, über das VorlebenAlexanders VI., über die Ermordung des Herzogs von