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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DIE VORGENERALATSBRIEFE

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für die auswärtigen Klöster nicht den lebendigen Reiz der Genera-latsbriefe hatten, hinter diesen, soweit die Vorzüge des Stils undder Erbaulichkeit des Inhalts in Betracht kamen, keineswegszurückstanden. Auch sie waren längst gesammelt und wurden inS. Matthias zu Murano aufbewahrt 18 ; zusammen mit den fünfBänden des Generalats besaß man also sechs Briefbände, welchedas gesamte Ordensleben Delfins umfaßten. In diesem Sinneschrieb er selbst an seinen Vetter Zacharias Morosini:Du hast alle Briefe meines Generalats gelesen, fünf Bände meinerTorheiten. Wenn Du nun auch noch den sechsten Band mit denSchreiben vor dem Generalate durchgehst, so bist Du nicht nurin all mein Tun, sondern beinahe auch in all mein Wollen undDenken eingeweiht. Darauf hast Du jedoch vor allen anderenAnspruch, weil Du mich vor allen anderen liebst 19 ."

So nahe nun auch der Gedanke gelegen hätte, die Vorgeneralats-briefe von S. Matthias und die Generalatsbriefe von Fontebuonazu einer großen, einheitlichen Briefsammlung zusammenzufassen,so ward er doch niemals verwirklicht. Delfin selbst war dazunicht mehr imstande; er mußte zufrieden sein, wenigstens denDruck seiner Auswahl erlebt zu haben. Wohl ging man in Venedignach seinem Tode daran, das bisher Versäumte nachzuholen;allein nun hatte man die nötigen Unterlagen nicht mehr zur Ver-fügung. Zwar hatte Delfin im Sommer 1511 seinem VerehrerEuseb Prioli, damals Mönch in S. Michael, in Aussichtgestellt, er werde bei seinem nächsten Besuche den dritten Bandseiner Briefe mitbringen, auf daß er neben den schon frühergesandten daselbst aufbewahrt werde 20 . Er selbst aber hatte sichzur Herstellung der Druckausgabe der Bände von Camaldolibedient, welche nachher zurückgeschickt wurden, ohne daß dereigene venezianische Bestand ergänzt und vervollständigt wordenwäre. Man konnte daher in Venedig nur eine Abschrift an-fertigen, welche die Vorgeneralatsbriefe und die Schreiben derersten drei Generalatsbände enthielt, also keine vollständigeSammlung, sondern nur ein, wenn auch noch so beträchtlichesBruchstück darstellte, wie es uns in Cod. XCII, CI. XI der Biblio-theca Marciana zu Venedig, Manoscritti Marciani 3828 Prove-nienza S. Michele di Murano vorliegt. Dieser Cod. XCII ist eingewaltiger Folioband mit 3168 von einer Hand geschriebenenBriefen auf 1288 Seiten. S. 1 bis 95 stehen die Briefe der Vor-

13 Schnitzer, Peter Delfin