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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DELFINS ANFÄNGE

der Führer und Lehrer Delfins während seines Probejahres, under blieb sein väterlicher Freund und Berater noch über die Probe-zeit hinaus. Der Geist, welchen er seinem Zöglinge einhauchte,weht uns aus dem langen Schreiben 20 entgegen, welches dieserschon bald nach seinem Eintritte in S. Michael an ihn richtete; essetzte sich aus überschwenglichen Beteuerungen der tiefen Reuezusammen, welche er nunmehr als Novize über die Sünden seinerJugend empfand, besonders über seine allzu willige Hingabe andie klassischen Studien.Kaum hatte ich", schrieb er,die Kna-benjahre hinter mir, als ich auch schon mein ganzes Herz an dieWelt hängte, von ihrem trügerischen Scheine geblendet, und denselig pries, der, durch Reichtum, Würde und Macht ausgezeich-net, in ihren Lüsten schwelgte. Sklave der tödlichen Lockungender Erde, schwebte ich in großer Gefahr, das Heil zu verscherzen.Das Göttliche schätzte ich gering, auf das Irdische und Vergäng-liche war all mein Sinnen gerichtet. Nicht jenem himmlischenund ewigen Leben, dem alle unsere Handlungen und Werke ge-widmet sein müssen, hatte ich den Blick zugewandt, sondern andie gegenwärtigen Güter wenn man sie Güter überhaupt nen-nen darf dachte ich, an sie, die mir täglich mit handgreiflicherGewißheit vor Augen lagen, und kannte kein heißeres Streben,als sie zu besitzen und zu genießen. Unsterblicher Gott! Wie plagteund mühte ich mich vergeblich ab, um mir die weltliche Wissen-schaft gründlich anzueignen! Denn von der Liebe zu eitlem Ruhmeverführt, wähnte ich dauernden Reichtum und unvergänglicheSchätze zu gewinnen, wenn ich mich mit emsigstem Eifer auf dieim trügerischen Schmucke hohler Beredsamkeit glänzenden Bücherder Alten warf und die weltliche Gelehrsamkeit und menschlicheWissenschaft mit vollen Zügen einsog. Obschon ich mich nichtganz ohne Frucht mit ihnen hätte beschäftigen und, der klugenBiene gleich, aus den besten Blüten Nahrung sammelnd, die schäd-lichen aber meidend, aus meinen fleißigen Studien reiche Fruchthätte sammeln können, so schöpfte ich Unglücklicher, in blinderUnwissenheit Schmachtender, aus ihnen doch mehr Verlust alsGewinn. Warum vor dem Geständnis erröten, daß ich an dentörichten Fabeln und erlogenen Geschichten der Dichter Gefallenfand und gerade dem williges Ohr, gespannte Aufmerksamkeit undgrößten Fleiß schenkte, was ich als unnütz und wertlos sorgsamhätte übergehen sollen, während ich mich von einer herrlichen