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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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EINTRITT IN S. MICHAEL

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schichte Venedigs verdienten Chronisten 1 *, welchen er bis zu sei-nem Tode (1505) mit mancherlei Nachrichten aus und über Flo-renz versah. Trotz seiner Mittellosigkeit hätte er jedoch der Hoff-nung auf eine ehrenvolle weltliche Laufbahn wohl nicht so leich-ten Herzens entsagt, wäre er nicht mit einem körperlichen Ge-bresten behaftet gewesen, welches ihm den Staatsdienst zwar nichtgerade verschloß, aber doch immerhin empfindlich erschwerteer war verwachsen, klein und schwächlich 15 , ein Übel, das keineHeilung mit den Jahren versprach. So machte er aus der Not eineTugend und beschloß, der schnöden Welt den Rücken zu kehrenund sein Leben dem Dienste Gottes in einem Orden zu weihen.Schon mit jungen Jahren hielt er Umschau über die Klöster,welche für seine Wahl in Betracht kommen konnten 15 . Allzuschwer konnte ihm diese nicht werden. Strahlte nicht im Kreiseseiner Ahnen jener Johannes Gradenigo in leuchtendemGlorienscheine, welcher, der Freund zweier Heiligen, des DogenPeter Orseolo und Romualds, des Vaters des Camaldulenser-ordens, sein Leben in einer Klause bei Montecasino auch selbst imGerüche der Heiligkeit beschlossen hatte? Diese Heiligen lebtenfort in ihren geistigen Söhnen, den ehrwürdigen Insassen des Klo-sters S. Michael auf Murano. Schon früh hatte er eine besondereLiebe zur Einsamkeit in sich verspürt 16 , wie sie eben hier in schön-ster Blüte stand; so bat er 1462 im Alter von achtzehn Jahren umdas weiße Gewand des hl. Romuald, welches er aus der Hand desdamaligen Abtes Maffeo Gerardi empfing und fortan drei-undsechzig Jahre lang bis zu seinem Tode makellos trug.

Delfin hatte das Glück, bei seinem Eintritte in S. Michael wohl-geregelte Verhältnisse unter einem würdigen Abte anzutreffen, wiees Maffeo Gerardi unzweifelhaft war 17 ; so sehr erfreute er sich derallgemeinen Verehrung und Liebe seiner Untergebenen, daß siesich, als ihn der Ordensgeneral Mariotto 1455 zur Durchfüh-rung der Reform im florentinischen Engelkloster in Aussicht ge-nommen hatte, einhellig weigerten, ihn aus ihrer Mitte scheidenzu lassen 18 . Ein vorzüglicher Ordensmann war auch PeterD o n a t o , Bruder des späteren Patriarchen Thomas Do-n a t o, und Sohn jenes Hermolaus Donato, der, inallen Wissenschaften und Künsten beschlagen, ganz besondersaber um seiner humanistischen Gelehrsamkeit willen weitund breit geschätzt war 10 . Als Novizenmeister war Peter Donato

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