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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DELFINS ANFÄNGE

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1471 Bischof von Belluno, 1487 von Padua wurde und als solcher1507 starb, ob seiner musterhaften Sittenstrenge, aufrichtigenFrömmigkeit, vorbildlichen Pflichttreue und freigebigen Mildtätig-keit gegen die Armen allgemein verehrt und beweint 9 . Delfin bliebmit dem Studiengenossen zeitlebens durch das enge Band herz-licher Freundschaft verbunden und brachte ihm stets eine ausEhrfurcht und Bewunderung gemischte Verehrung entgegen, dieseiner hohen kirchlichen Würde ebenso wie seiner ungewöhn-lichen Gelehrsamkeit und Tugendhaftigkeit galt. Er stand in be-ständigem Briefwechsel mit ihm 9 *, besuchte ihn, so oft er in seineNähe kam, vertraute ihm seine Anliegen, Sorgen, Nöte, Befürch-tungen und Hoffnungen an, teilte ihm die wichtigsten kirchlichenund politischen Ereignisse mit, bat ihn um seine Ansicht oder umseinen Rat in wichtigen Dingen und maß seinem Urteile entschei-dende Bedeutung bei. Ein anderer Studiengenosse Delfins warLeonhard Loredan, der spätere Doge (150121), welcherihm auch als solcher noch seine warme Zuneigung bewahrte undbei verschiedenen Gelegenheiten wertvolle Dienste erwies 10 .

In den ruhmvollen Überlieferungen eines stolzen Geschlechtesherangewachsen, hatte der junge Delfin begründete Aussicht aufdie höchsten Ämter und Würden in Staat und Kirche, über welcheseine damals auf der Höhe ihrer Macht stehende Vaterstadt zuverfügen hatte. Leider war jedoch seine Familie gänzlich verarmtund zehrte nur mehr vom Schatten früherer Größe. Von seinenbeiden Brüdern lebte Nikolaus, der ältere, ein braver, gottes-fürchtiger Mann, in kümmerlichen Verhältnissen, unfähig, einöffentliches Amt zu bekleiden, da er bei der Republik selbst tief inSchulden steckte 11 . Es gewann fast den Anschein, als schäme sichPeter seiner im stillen; jedenfals nahm er sich seiner nur wenigan und unterstützte ihn schwach. Tausende von Briefen richteteer im Laufe der Jahre an alle möglichen Leute an seinen Bru-der Nikolaus war keiner darunter, nur zuweilen entbot er ihmeinen frostigen Gruß 12 . Sein jüngerer Bruder Ludwig zog mitachtzehn Jahren gleich so manchen anderen abenteuerlustigenLandsleuten hoffnungsfroh hinaus in die Fremde, ins sonnigeMorgenland, fand aber in Syrien nicht sein Glück, sondern, erstsechsundzwanzig Jahre alt, den frühen Tod, von Peter schmerz-lich beweint 13 . Lebhaftere Beziehungen unterhielt dieser mit sei-nem gleichnamigen Onkel Peter Delfin, einem um die Ge-