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VON ROMUALD ZU DELFIN
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Mönche verwilderten oder entliefen. Natürlich halfen unter sol-chen Verhältnissen auch die schönen Verordnungen nichts, welchedie zu gemeinsamer Beratung versammelten Ordensoberen, die Ge-neralkapitel, zur Abstellung wenigstens der gröbsten Mißständetrafen; das Übel fraß immer tiefer. Als AmbrosTraversari,der gefeierte Humanist, die Zierde und Leuchte des Gamaldulen-serordens (f 1439), das Amt eines Generalpriors bekleidete, hatteer mit den schreiendsten Mißständen zu kämpfen, über welcheer fast auf jeder Seite seines sehr umfangreichen Briefwechsels 27bitterste Klage führte. Es war noch der mildeste Fall, wenn einMönch die Kutte abgeworfen und geheiratet hatte und nun allenBekehrungsversuchen trotzte. Schlimmer war es schon, daß sichder Mönch Hieronymus, um schwerer sittlicher Vergehen willenaus dem Orden gestoßen, als Weib verkleidet umhertrieb, gleich-wohl aber Messe las; er flüchtete dann nach Florenz, wo er miteiner Kebsin zusammenlebte. Das traurigste war, daß sich andere,und noch dazu Obere, mit Mädchen und Frauen nicht mehrbegnügten, sondern mit Männern verkehrten; so hatte der Priorvon S. Mathias einen Lustbuben bei sich, und ein Abt tat das-selbe. In Rom mußte der General einen Ordensgenossen in Kettenlegen, einen anderen hatte er ebenfalls in Ketten nach Florenzschon vorausgeschickt, da er ob seiner Verbrechen das Gesprächaller Leute bildete 28 . Sogar der Ordensgeneral BenediktLanci, Traversaris Vorgänger, hatte ob zahlreicher Verbrechen,namentlich beträchtlicher Unterschlagungen zum Schaden desOrdens, abgesetzt werden müssen 29 . Vergeblich kämpfte Traver-sari gegen die furchtbaren Übel. Sein Bemühen mußte erfolglosbleiben, da es ihm an der nötigen Unterstützung durch PapstEugen IV. fehlte, welcher, obschon sonst ein warmer Freundder Ordensreform, von einer entschiedenen Durchführung stren-ger Maßregeln eine Schädigung der päpstlichen Autorität be-fürchtete 30 . Der Dämon der Unbotmäßigkeit und Widersetzlich-keit, welcher sich der Mönche neben dem bösen Geiste zügelloserGenußsucht längst bemächtigt hatte, war auch in die Bewohnerder hl. Einsiedelei gefahren; sie erregten einen förmlichenAufruhr gegen Traversari und forderten stürmisch seine Ab-setzung, nur weil ihnen das von Fontebuona gelieferte Brot nichtgut genug war 31 . Angesichts des trostlosen Zustandes des Ordens,in welchem viele Klöster auch nicht einmal mehr eine Spur von