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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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BEGINNENDER NIEDERGANG

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Aufnahme 18 . Aber schon mehrten sich auch die Fälle, daß Camal-dulenser nach hohen Würden und Ämtern strebten; der GeneralJohannes wurde 1126 von Honorius II. zum Kardinal-bischofe von Ostia erhoben, der General Gerhard von den Flo-rentinern zum Unterhändler bei Nikolaus III. und K a r 1 v o nA n j o u bestellt 19 . Schon war das dumpfe Geräusch frommerRutenstreiche verhallt, welches in den Zellen der Camaldulenser sooft zu vernehmen war. Schon blätterten die Hände viel lieber inschlüpfrigen Schriften heidnischer Dichter als in den Psalmen Da-vids 20 . Gewiß war es für die hl. Einsiedelei eine hohe Ehre, daßKardinal Hugolin sie 1220 in Begleitung des hl. Franz be-suchte und mehrere Wochen die süße Wonne ihres stillen Frie-dens genoß 21 . Um so mehr wollte es heißen, daß gerade ein ihnenso wohl gesinnter 22 Prälat sich später als Gregor IX. gezwungensah, ihnen das Kloster S. Kosmas in Rom, welches er ihnen kurzzuvor eingeräumt hatte, mit der beschämenden Begründung zu ent-ziehen, sie hätten dortden Duft mönchischen Lebens in Gestankverwandelt" und ihm mehr Ärgernis, Schrecken und Traurigkeitals Erbauung, Trost und Freude bereitet 23 . Die Zeiten waren vor-bei, da Camaldulenser und Vallumbrosaner mit dem römischenStuhle um die Wette gegen die fluchwürdige Ketzerei der Simoniewetterten; in Rom machte man sich aus dem schamlosestenPfründehandel schon bald kein Gewissen mehr, unter den Kauf-lustigen aber waren zuweilen auch Einsiedler aus Camaldoli undVallombrosa vertreten 24 . Natürlich fielen die hohen Auslagen,welche der Ankauf eines erträglichen Ordensamtes heischte, aufdie Klöster, welche daher schon aus diesem Grunde oft bitter untereiner drückenden Schuldenlast seufzten.

Was aber noch schlimmer war, die Klöster lockten, je bessersie mit liegenden Gründen und fetten Erträgnissen versorgt waren,um so mehr die Habsucht der weltlichen und noch mehr der geist-lichen Großen an. Die Päpste boten willig dazu ihre Hand, Ordens-pfründen in Form von C o m m e n d e n 25 an nimmersatte kirch-liche Würdenträger zu verleihen. Die Folge war, daß die Kloster-güter verschleudert und die Klosterinsassen ihres Unterhalteswenn nicht ganz, so doch zum größeren oder kleineren Teile be-raubt und infolgedessen außerstand gesetzt wurden, den ihnenobliegenden Leistungen und Verpflichtungen in vorschriftsmäßigerWeise zu entsprechen. Die Klöster verödeten oder zerfielen, die

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