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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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KAISER HEINRICH II.

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verweilte er hier (10131020) als Eingeschlossener in seiner Zelle,mit dem Beispiele seiner schier übermenschlichen Bußübungendie ganze Umgebung entzündend, so daß die heiligen Zeiten vonSitria, wo sogar Schafhirten mönchisches Fasten und Stillschwei-gen beobachteten und sich den Einsiedlern gleich den Rücken mitGeißeln zerfetzten, noch lange als das goldene Zeitalter romual-dinischen Eifers und als ein zweites ägyptisches Nitria in der Er-innerung der Brüder fortlebten 52 . So verbreitete sich der Ruhmseiner Heiligkeit durch ganz Italien und drang auch dem KaiserHeinrich II. zu Ohren, als er 1022 nach dem Süden gezogenwar. Er entbot ihn zu sich und brach beim Anblicke des abgemer-gelten Greises mit den flammenden Augen in den verhärmten Zü-gen in die Worte aus:O daß doch meine Seele in deinem Leibewohnte 53 !" Aber die ihm vom Kaiser übertragene Reform desKlosters Amiate im Sienesischen verursachte ihm mannigfache"Widerwärtigkeit und verbitterte seine letzten Lebensjahre 54 . Als ersein Ende herannahen fühlte, zog er sich nach Valdicastro zurück;hier ließ er sich eine Zelle mit einem Betraume errichten, in wel-cher er als Eingeschlossener, gleichsam lebendig Begrabener inunverbrüchlichem Stillschweigen dem Tode entgegenharrte, wel-cher ihn am 19. Juni 1027 in sanfter Umarmung erlöste 55 . Schonnach fünf Jahren erhielten seine Jünger die Erlaubnis, einen Altarüber seinem Grabe zu errichten, zu welchem die Gläubigen anden Festtagen von weit und breit herbeiströmten, um sich an sei-nen Wundertaten und Tugenden zu erbauen 58 .

Romualds Leben lehrt aufs deutlichste, was er erstrebte undwollte: eine Erneuerung des verfallenen Ordenswesens durch Ver-schmelzung des Klosters mit der Einsiedelei. Unverhofft und halbwider Willen nach St. Apollinare unter die Söhne des hl. Benediktgeraten, überzeugte er sich vom Verhängnisse einer Ordensregelohne Abtötung und Buße; an der Seite Marins erfuhr er die Unzu-länglichkeit bloßer Abtötung und Buße ohne Regel. In Classelernte er das Kloster, bei Marin die Einsiedelei im Zustande derEntartung kennen und spürte so am eigenen Leib die Notwendig-keit einer Neugeburt. Auf der hohen Schule in Cusan reifte er so-dann im Verkehr mit Guarin und mit den Schriften Gregorsdes Großen und des bewährten Altmeisters G a s s i a n zur Ein-sicht heran, das Heil liege in der rechten Mischung der beidenLebensweisen, der klösterlichen mit der einsiedlerischen und der