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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER HL. ROMUALD UND SEIN ORDEN

einsiedlerischen mit der klösterlichen. Als Einsiedler hatte einstja schon der hl. Benedikt, der Patriarch des abendländischenMönchtums, in der Höhle von Subiaco sein frommes Leben be-gonnen, aber in der Regel, welche er seinen geistigen Söhnen hin-terließ, hatte er ausdrücklich festgesetzt, nicht schon gleich imersten heiligen Eifer, sondern erst nach längerer Probezeit imKloster dürften sie sich in die Einsamkeit zurückziehen 57 . NachCassian 57 " stellt die Wirksamkeit in der klösterlichen Gemein-schaft, die vita communis, mit ihren mannigfachen Dienst-leistungen und Obliegenheiten die vita actualis der evan-gelischen Martha, die Zelle aber mit ihrer beschaulichen Einsam-keit das betrachtende Leben, die vita contemplativa jenerMaria dar, welche nach dem Zeugnisse des Erlösers den bestenTeil erwählt hatte (Luk. 10, 38 ff.). Obschon Martha einemheiligen Werke oblag, der Bewirtung Jesu und der Apostel, soward doch ihrer Schwester, welche zu Füßen Jesu seinen Wortenlauschte, der Vorzug zuerkannt. Nicht im tätigen Leben undWirken also, so löblich und ersprießlich es sein mag, liegt dashöchste Gut, sondern einzig und allein in der Anschauung Gottes,in der t h e o r i a. Alles äußerliche Gebaren, wie Fasten, Nacht-wachen, Einsamkeit und Schriftlesung, sind nicht Selbstzweck,sondern lediglich Mittel und Weg, um zu jener Reinheit desHerzens, zu jener Liebe zu gelangen, welche mit Gott vereintund über alles entscheidet; wo sie ist, ist alles; wo sie fehlt,helfen auch jene äußeren Übungen nichts. Der sicherste Wegzu ihr ist aber der Gehorsam 58 , welchen man nur in derklösterlichen Unterwerfung unter den Oberen lernt. Wer derWelt entsagt, der muß darum zuerst ins Kloster gehen; imfreudigen Gehorsame gegen andere, auch Jüngere, muß er zumKinde werden, denn dem Kinde ist das Himmelreich verheißen.Mag der Mensch alles verlassen haben, so bringt er doch nochimmer seinen Willen ins Kloster mit; auch diesen muß er im Ge-horsam überwinden und vollends zum Opfer bringen, so daß erkein eigenes Verlangen mehr hegt und ohne Erlaubnis des Obernnicht einmal seine natürlichen Bedürfnisse befriedigt 59 . Erst werim Kloster seine sinnlichen Begierden ertötet hat, ist reif zur Be-trachtung Gottes in der Einsamkeit. Darum kann die Losungnicht sein: Kloster oder Einsiedelei, sondern immer nur: Klosterund Einsiedelei; das eine ist die Vorstufe, Vorbereitung und