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DER HL. ROMUALD UND SEIN ORDEN
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zu töten, nicht zurückschreckten, nur um ihn zum Schutze ihresLandes, wenn nicht lebend, so tot in ihrer Mitte zu behalten; erstals er zur List griff, seinen Kopf kahl zu scheren und beim Nahender Mörder gierig zu essen, ließen sie ihn schwer enttäuscht zie-hen 24 . So konnte Romuald nach zehnjährigem Aufenthalte in derFremde den Heimweg antreten (988), welchen er barfuß zurück-legte. In Ravenna angelangt, trieb er seinem Vater die weltlichenGelüste aufs gründlichste aus, indem er ihn in den Block preßteund in schwere Fesseln warf, kurz seinen Leib mit harten Schlä-gen solange in frommer Zucht hielt, bis er seine Seele auf denWeg des Heils zurückgeführt hatte. Kindisch geworden, wähnteder greise Sergius schließlich, den hl. Geist zu sehen, und lief imKloster herum, ihn zu erhaschen; bald darauf entschlief er 25 .
Romuald aber nahm nun sein abtötungsreiches Einsiedlerlebenin fast leidenschaftlichem Ungestüm mit verdoppeltem Eifer wie-der auf. Ohne Rücksicht auf seine Gesundheit, ohne Furcht vorelendem Tode schlug er seine gebrechliche Zelle in den verrufen-sten Gegenden auf, erst in den von fieberschwangeren Ausdün-stungen erfüllten Sümpfen von Classe, dann in den ebenso unwirt-lichen Niederungen der Pomündung zu Comachio, zuletzt auf derkleinen Poinsel Pereum unweit Ravenna. Wiederholt kam es vor,,daß er von bösen Geistern und unheimlichen „Äthiopiern", in wel-chen wohl handfeste Klosterbrüder von St. Apollinare steckten,überfallen und jämmerlich verprügelt wurde 26 . Aber je größer dieäußere Not, desto reicher der innere Segen. Der hl. Bon o-n u s, welcher mit ihm zu Pereum weilte und seine Lebensweiseteilte, glaubte sich in die selige Zeit der großen Einsiedler derägyptischen Wüste versetzt. „Mit welch außerordentlicher Häu-figkeit", rief er bewundernd aus 27 , „oblag man den heiligen Übun-gen, wie unablässig den Nachtwachen, wie äußerst strenge demFasten, wie beharrlich der Handarbeit! Welch unermüdlicher Ge-betseifer, welcher Triumph göttlicher Gnade in zerbrechlichen Gefäßen !""
Eines Tages, schon tauchte die Sonne in den Wogen des Meeresunter, legte ein Kahn an. Ein blasser Jüngling kam mit ihm, inherrlicher Rüstung, mit den feurigen Augen des Schwärmers. Eswar Kaiser Otto III. Eiligen Schrittes trat er auf Romualds Zellezu, in ehrfurchtsvoller Verbeugung küßte er ihm die knochigenHände. Bald war er mit ihm in ein Gespräch verwickelt, welchesihn Nacht und Schlaf, Speise und Trank vergessen ließ und erst
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